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Der folgende, sehr persönliche Erfahrungsbericht wurde uns per Mail zugesendet. Wir veröffentlichen ihn, weil er eindrucksvoll und sehr emotional schildert, wie die Gefühlslage vieler Fachkräfte momentan aussieht.

Ich denke ich kann von mir guten Gewissens behaupten eine dieser Erzieherinnen zu sein, die ihrer Arbeit immer mit viel Engagement und Herzblut nachgegangen sind. Etwas anderes zu tun konnte ich mir schon immer nur sehr schwer vorstellen. Bis jetzt jedenfalls. Seit einigen Monaten hadere ich sehr mit mir, ob dies tatsächlich noch das Richtige für mich ist. Ob ich tatsächlich noch Erzieherin sein möchte…

Zu vieles hat sich in den vergangenen Jahren verändert und hat nur noch wenig mit dem zu tun, für was diese Arbeit stand als ich vor fast 30 Jahren mit meinem Vorpraktikum meine Erzieherausbildung begonnen habe. An dieser Stelle möchte ich gar nicht alles schlecht reden, denn vieles hat sich zum positiven hin verändert. Aber anderes eben auch nicht und macht einem somit den ohnehin schon herausfordernden Alltag noch schwieriger als er sein müsste.

Denn EIGENTLICH haben wir den schönsten Job der Welt!
Jeden Morgen gemeinsam mit Kindern in den Tag starten.  Wenn die ersten Kinder morgens die KiTa betreten, bereits voller Energie und Tatendrang  und einen freudestrahlend begrüßen. Was könnte es Schöneres geben?!
So viele Aha-Momente die einen in Erstaunen versetzen, herzlich miteinander lachen, bei jedem Wetter draußen sein können und die Natur erleben und genießen dürfen, Geschichten erzählen, spielen, Spaß haben oder einfach mal nur albern sein …  Und noch so viel mehr!

EIGENTLICH haben wir den schönsten Job der Welt!

Viele meiner Kolleginnen beklagen den Stress und das man kaum noch Zeit für die Kinder hat vor all dem ganzen Drumherum was ständig gefordert wird. Und da ist mit Sicherheit auch was dran. Aber dennoch bin ich der Meinung dass man auch in der allergrößten Hektik des Tages ganz bewusst schöne und wertvolle Momente mit den Kindern verleben kann. Man muss es nur zulassen. Und es geht.

Denn EIGENTLICH haben wir den schönsten Job der Welt!

Aber eben auch nur EIGENTLICH…

Ich kenne mittlerweile eine ganze Reihe von Erzieherinnen, sowohl im privaten als auch im beruflichen Umfeld, denen es ganz ähnlich geht wie mir. Und ich spreche hier nicht nur von „alten Hasen“; auch vielen jüngeren Kolleginnen geht es bereits so. Die ein oder andere spielt mit dem Gedanken die Einrichtung zu wechseln, in der Hoffnung dass es woanders  besser wird. Oder zeitnah erst mal die Familienplanung, als zumindest kurzfristige Auszeit,  dazwischen zu schieben. Andere sind aber auch schon dermaßen desillusioniert, dass sie den Beruf gleich ganz an den Nagel hängen wollen und sich einem ganz anderen Berufsfeld widmen möchten. Welcher Art auch immer. Hauptsache nicht mehr Erzieherin sein müssen!

Corona hat mit Sicherheit einen entscheidenden Beitrag zu all dem geleistet.

Was aktuell auf dem Rücken der pädagogischen Fachkräfte sowie der Kinder ausgetragen wird entbehrt jeder Verantwortung und ist schlicht untragbar.
 Es ist mehr als offensichtlich dass eine Durchseuchung der Einrichtungen billigend in Kauf genommen wird, um es mal freundlich zu formulieren. Mit welchen Langzeitfolgen aller Beteiligten ist noch gar nicht abzusehen.

Aber es ist eben auch nicht nur Corona.

Auf eurer Website ruft ihr zur DEMO IN MAINZ am 22. Februar auf. Und ein Statement auf diesem Plakat bringt die Sache ziemlich treffend auf den Punkt:

„Fachkräfte-Kampagne rückwärts: So wird man auch den Rest noch los!“

Und so sehe ich das auch. Und viele Kolleginnen eben mittlerweile auch. Traurigerweise.

Seit Jahren ist der Fachkräftemangel bekannt. Kaum etwas wird getan um dem entgegenzuwirken. Fast im Jahresrhythmus haut die Politik Versprechen bezüglich Ansprüchen auf Plätze und Betreuungszeiten raus. Fragt sich nur wie man dies umsetzen soll ohne Personal…

Aber hey, was soll`s?! Wird schon irgendwie gehen. Ging ja immer schon irgendwie!

Alle wissen worum es geht. Das muss ich an dieser Stelle nicht weiter ausführen.

Aber warum hat sich meine Einstellung zum Beruf in den vergangenen Monaten so sehr verändert?

Elf Jahre habe ich in Rheinland-Pfalz in einer ländlichen Gemeinde in einer viergruppigen Einrichtung gearbeitet. Mit viel Leidenschaft bin ich meiner Arbeit nachgegangen.
Die Arbeit mit den Kindern hat mir immer schon sehr viel Freude bereitet. Aber auch im fachlichen Bereich hatte ich immer den Anspruch mich beständig weiterzubilden um im Team wertvolle konzeptionelle Arbeit leisten zu können. Gemeinsam haben wir die Einrichtung mit einem guten Konzept aufgebaut.

Neben all den „kleineren“ Fortbildungen zu unterschiedlichen Themen habe ich Weiterbildungen als Praxisanleitung, Qualitätsbeauftragte und Fachkraft für Offene Arbeit. Ich bin mittlerweile Expertin für Waldtage und -wochen sowie Fachfrau für Bauräume…

Und wie viele meiner Kolleginnen habe ich jede Menge zu Hause in meiner Freizeit für die Kinder und die Einrichtung getan. Weil Erzieher eben so sind. Und weil sie es gerne tun.

Doch wozu das alles?

Ein Dankeschön erhält man selten und sollte man nicht erwarten.

Und vollkommen irrelevant  wie viele Zusatzqualifikationen man auch erwirbt und wie viel Mehrarbeit man sich damit auch noch zusätzlich auf die Schultern lädt, eine Gehaltserhöhung  erhält man dadurch natürlich auch nicht.

Aber Erzieher neigen dazu dies trotzdem alles zu leisten.

Im vergangenen Jahr hat sich die Situation in der Kita dann dermaßen zugespitzt, dass bis zum Herbst sechs Herzblut-Erzieherinnen ihre unbefristeten Arbeitsverträge gekündigt haben und ihr Glück in anderen Einrichtungen versucht haben.

Eine davon war ich.

Es gab Probleme im Team. Unhaltbare Zustände. …

Die, die gegangen sind, haben versucht das Ruder nochmal rumzureißen und das sinkende Schiff wieder auf Kurs zu bringen. Aber vergeblich. Das restliche Team hat nicht mitgezogen. Und wenn selbst der Träger nicht hinter einem steht ist dies eine schier unlösbare Aufgabe.

Jeder einzelnen von uns ist dieser Schritt unendlich schwergefallen. Aber er war letztendlich die logische Konsequenz aus all dem was schiefgelaufen ist. Und ich befürchte dies ist in vielen KiTas so. Man hört es aus zu vielen Ecken. …

Träger oder Leitungen die dem pädagogischen Fachpersonal Steine in den Weg legen und/oder schlichtweg nicht hinter ihrem Personal stehen. Zu wenig Fachkräfte. Ständige Überlastungen. Einige wenige machen viel Arbeit, andere tragen zu nichts etwas bei. Richtig gute Kolleginnen dürfen nie auf einer Schicht zusammenarbeiten weil die anderen nicht kompetent genug sind und man diese nicht alleine lassen kann. Und leider gibt es sie auch in unserer Berufsgruppe, die Kolleginnen die schlichtweg falsch im Beruf und somit eigentlich untragbar sind.

Aber in Zeiten des Fachkräftemangels werden die pädagogischen Ansprüche halt noch ein wenig weiter nach unten geschraubt.

Fazit: Die bisher noch vorhandenen guten pädagogische Fachkräfte werden systematisch verheizt und vergrault!

Ich persönlich arbeite nun seit einigen Monaten im Nachbarbundesland im Saarland. Und auch hier ist natürlich vieles sehr ähnlich wie in RLP.

Aber hey, immerhin führen wir zweimal wöchentlich Lollitests mit den Kindern durch. Immerhin das.

Und obwohl ich ein tolles neues Team mit einer kompetenten Leitung gefunden habe, hadere ich immer noch mit mir.

Bin ich hier richtig?

Sollte ich überhaupt noch Erzieherin sein?

Ich weiß es nicht. Ein Gefühl des Angekommen-Seins verspüre ich zumindest nicht.

Ich war immer davon überzeugt Erzieherin zu sein. Dafür habe ich gelebt. Auch unser Bildungssystem habe ich grundsätzlich immer verteidigt. Auch wenn schon früher viele Kolleginnen ins Nachbarland abgewandert sind weil man dort wesentlich mehr Verdienst hat. Das hat mich nie gereizt. Denn Geld ist noch lange nicht alles.
Mittlerweile jedoch denke ich anders. Meine Freude an der Arbeit habe ich bereits vor Monaten verloren. Und ich fürchte sie kommt auch nicht zurück. Nicht unter diesen Bedingungen. Und wir wissen alle dass es noch schlimmer werden wird in den kommenden  Jahren.

Ich persönlich weiß im Moment nicht wo mich mein beruflicher Weg hinführen wird oder was ich zukünftig tun werde. Aber warum also sollte ich nicht auch meine beruflichen Chancen im benachbarten Ausland ausprobieren? Für 20 Stunden arbeiten und trotzdem Minimum so viel Gehalt wie hier bei einer Vollzeitstelle klingt bei genauerer Betrachtung gar nicht mal so schlecht. Ja, das System wird mir vermutlich nicht gefallen. Na und? Ganz ehrlich, dann muss ich Abstriche machen. Muss man heutzutage überall. Aber weniger Arbeit, mehr Freizeit, mehr Gehalt. Klingt erst mal nicht übel.

 Oder ich mache halt etwas ganz anderes.

Was also sollte mich und viele andere resignierte Kolleginnen denn noch aufhalten?

Ich persönlich habe jedenfalls aktuell keine Kraft mehr für all das hier.

Das, was mich als Erzieherin einst ausgemacht hat, scheint vollkommen verloren gegangen zu sein. Ich bin müde und ausgelaugt. Zudem denke ich, dass wir ach so systemrelevant gar nicht sein können. Sonst würde man uns nicht dermaßen mit den Füßen treten…

Trotz allem ganz herzliche Grüße und viel Kraft für alle Kolleg:innen die noch voller Engagement, Motivation und Tatendrang für eine bessere Zukunft in den KiTas kämpfen.

SK

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Der KiTa-Fachkräfteverband Rheinland-Pfalz begrüßt die Forderung des Landeselternausschusses nach Sonderbetreuungsurlaub für Eltern! Ein solches Instrument würde sicherzustellen, dass die Kinder vorwiegend zu Hause betreut werden können, bis die Infektionszahlen so zurückgehen, dass ein regulärer KiTa-Betrieb wieder zu verantworten ist (Quelle: LEA RLP).

Wir bedanken uns bei allen Eltern, die dem Appell der Regierung folgen und dadurch mithelfen, die Kontakte in den KiTas und damit die Infektionszahlen zu reduzieren. Bis zum 15.Januar befindet sich Deutschland noch im Shutdown. Mindestens so lange sind wir weiterhin auf die Solidarität der Eltern angewiesen, die Kinder möglichst zu Hause zu betreuen.

Wir KiTa-Fachkräfte hoffen auch im Sinne der Kinder und Familien auf gute und praktikable Konzepte, die einen effektiven Infektionsschutz im KiTa-Alltag ermöglichen. 

Durch klare Vorgaben, die Kinder in festen Gruppen mit festem Personal zu betreuen, effektive Luftfiltergeräte, sowie regelmäßige und anlassbezogene Tests für Personal und Kinder kann eine Betreuung unter Pandemiebedingungen sichergestellt werden. Diese Maßnahmen schränken zwar gegebenenfalls die Öffnungszeiten ein, gewährleisten aber allen Kindern einen kontinuierlichen KiTa-Besuch. Ein Sonderbetreuungsurlaub würde entstehende Engpässe ausgleichen. Den Satz des LEA-Artikels, dass das Kindeswohl über den Bedürfnissen der Erwachsenen steht, unterschreiben wir sofort.

Wenn Eltern, KiTa-Fachkräfte und alle Verantwortlichen in Politik und Verwaltung an einem Strang ziehen, werden wir die Krise meistern und hoffentlich im Laufe des nächsten Jahres zur Normalität zurückfinden.

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    Der nachfolgende Text stammt von unserem Verbandsmitglied Manuel Hein, Initiator der erfolgreichen Petition “Kein Regelbetrieb in KiTas” (hier abrufbar):

    Noch immer haben wir keine Reaktion der rheinland-pfälzischen Landesregierung. Wir ErzieherInnen sind zutiefst enttäuscht und fühlen uns alleine gelassen. Die Anzahl der Unterschriften (bundesweit sogar über 13.000) sollten verdeutlichen, dass es viele Menschen gibt, die über die derzeitige Lage besorgt sind.

    Am 18.12.2020 wurde unsere Petition „Kein Regelbetrieb in KiTas“ an den Petitionsausschuss in Rheinland-Pfalz gesendet, des Weiteren wurde Sie den Fraktionen zugesandt. Die Plattform OpenPetition hat dann noch eine persönliche Stellungnahme bei den einzelnen Abgeordneten angefragt.

    Gestern am 21.12.2020 fand eine Videokonferenz des Ausschusses für Bildung statt. Frau Anke Beilstein kritisierte das Vorgehen von Frau Dr. Hubigs Ministerium nicht nur im Bereich der Schulen, sondern auch der Kindertagesstätten mit deutlichen Worten. Leider prallte die berechtigte Kritik an Frau Dr. Hubig ab. Als es um den Regelbetrieb in den KiTas ging, sagte Frau Dr. Hubig: „(…) gut und richtig, dass wir es so gemacht haben.”

    Wie es jetzt gemacht wird, ist aber keineswegs richtig, das zeigen alleine schon die neuen Erhebungen der AOK. Dort wird deutlich, dass ErzieherInnen die Berufsgruppe mit den meisten coronabedingten Arbeitsausfällen sind.

    Mittlerweile sollte die Petition auch dem Bildungsministerium bekannt sein, trotzdem wurde sie während des Ausschusses nicht einmal erwähnt, obwohl das Thema schon eine große Medienpräsenz hat. Einzelne Abgeordnete der Opposition haben mittlerweile reagiert und den Forderungen oder zumindest einer Anhörung zugestimmt, leider reagiert niemand aus der derzeitigen Ampelregierung. Ist dies eine gewollte Verschleppungstaktik bis zum nächsten Treffen am 12.01.21? Es scheint in jedem Fall so.

    Wir ErzieherInnen sind uns unserer Aufgabe und Notwendigkeit im System bewusst. Allerdings ist es auch unsere Aufgabe die Kinder zu schützen, denn auch bei Kindern gibt es schwere Krankheitsverläufe in Zusammenhang mit dem Coronavirus.

    Familien, die dringend eine Notbetreuung brauchen, haben die Fachkräfte vor Ort im Blick und wurden auch in der Vergangenheit nicht alleine gelassen.

    Reagieren Sie bitte endlich auf unsere Forderungen: KiTas und Familien brauchen Planungssicherheit!

    Der nachfolgende Text stammt von unserem Verbandsmitglied Manuel Hein, Initiator der erfolgreichen Petition “Kein Regelbetrieb in KiTas” (hier abrufbar):

    Noch immer haben wir keine Reaktion der rheinland-pfälzischen Landesregierung. Wir ErzieherInnen sind zutiefst enttäuscht und fühlen uns alleine gelassen. Die Anzahl der Unterschriften (bundesweit sogar über 13.000) sollten verdeutlichen, dass es viele Menschen gibt, die über die derzeitige Lage besorgt sind.

    Am 18.12.2020 wurde unsere Petition „Kein Regelbetrieb in KiTas“ an den Petitionsausschuss in Rheinland-Pfalz gesendet, des Weiteren wurde Sie den Fraktionen zugesandt. Die Plattform OpenPetition hat dann noch eine persönliche Stellungnahme bei den einzelnen Abgeordneten angefragt.

    Gestern am 21.12.2020 fand eine Videokonferenz des Ausschusses für Bildung statt. Frau Anke Beilstein kritisierte das Vorgehen von Frau Dr. Hubigs Ministerium nicht nur im Bereich der Schulen, sondern auch der Kindertagesstätten mit deutlichen Worten. Leider prallte die berechtigte Kritik an Frau Dr. Hubig ab. Als es um den Regelbetrieb in den KiTas ging, sagte Frau Dr. Hubig: „(…) gut und richtig, dass wir es so gemacht haben.”

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