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Der vorliegende Text unseres Verbandsmitglieds Jennifer Brandl wurde zunächst auf Facebook veröffentlicht. Er wurde verfasst als Reaktion auf das Rundschreiben RdSchr.-LJA Nr. 39/2021, herausgegeben am 08. April 2021 vom Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung. Einzusehen ist das Dokument hier.

Seit gestern habe ich dieses „Ding“ in der Hand… eigentlich gehört es zerknüllt in den Papierkorb 🗑

Fangen wir mal oben an:

Weniger Durchmischung

Wir fahren Dank der Beschlüsse im Regelbetrieb (was mich freut, denn ich liebe meinen Job, freue mich alle Kinder wieder vor Ort zu haben und sehe wie gut es jedem Kind tut wieder unter Freunde und gleichaltrige zu kommen!)

ABER

weniger Durchmischung in einer Kita, die in der Normalität nicht in festen Gruppen arbeitet, sich Räume und Flure teilt, offene Angebote hat (und seien es „nur“ Rand- oder Mahlzeit-Zeiten): Das kann nicht auf Dauer funktionieren! Und wir sind jetzt seit einem Jahr in dieser Situation… und werden es gewiss noch eine lange Zeit sein…

Weniger Durchmischung bedeutet Geschwister in eine Gruppe, also 5jährige zu 1jährigen oder oder oder…

Weniger Durchmischung bedeutet eigentlich auch eingespielte Gruppenteams zu überprüfen.. Denn ist gewährleistet, dass das Personal der Gruppe die angebotene Betreuungszeit abdeckt? Bei Krankheit oder Urlaub öffnet oder schließt die Gruppe wenn die Teilzeitkraft kommt oder geht? Weil weniger Durchmischung? Muss die Leitung sich erneut an einen Corona Dienstplan setzten und puzzeln mit dem Ergebnis das viel zu wenig Personal da ist?

Verstärkte Maskenpflicht

Eigentlich müsste hier stehen „Verstärkte Maskenpflicht und ihre Ausnahmen.” Ich zitiere aus dem Original:

„Angesichts der veränderten Situation müssen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter künftig im gesamten Kita-Alltag Masken tragen (medizinische Masken oder Masken der Standards KN95/N95, FFP2 oder vergleichbaren Standards). Ausnahmen bleiben die Situationen, in denen dies nicht möglich ist, beispielsweise bei der Sprachbildung oder Sprachförderung. Hier sollen die Kinder das ganze Gesicht der Erzieherinnen und Erzieher sehen können. Auch in anderen Fällen, können die Fachkräfte vorübergehend die Masken ablegen, wenn es die spezielle pädagogische Situation erfordert.“

Bitte was? Im gesamten Kita-Alltag? Das beinhaltet theoretisch auch den Aufenthalt im Außengelände, sprich an der frischen Luft…Oh man meine arme Leitung… gerade einen neuen Dienstplan geschrieben mit dem Aspekt „ Keine Durchmischung“, nun muss der Dienstplan mit dem Aspekt „Maskenpflicht“ erweitert werden.

Personal, welches sich zum Tragen von einfachen medizinischen Masken entscheidet hat „Glück“ denn „Medizinische Gesichtsmasken gelten nicht wie FFP-Masken als „belastend“ im Sinne der AMR 14.2, Tragezeitbegrenzungen werden deshalb im Arbeitsschutz-Regelwerk nicht festgelegt“ (Quelle: bwg-online.de). Dass diese Masken als „nicht belastend“ gelten sei jetzt mal so dahin gestellt. Ich bin sehr froh darüber das Ding nach 6 Stunden los zu sein!!!

Aber ich wollte ja eigentlich Bezug zum Dienstplan nehmen, denn es gibt ja auch die FFP2-Masken, und Kollegen die diese tragen stehen zusätzliche Pausen zu, in denen sie im Kinderdienst fehlen, und zwar um sich für ihre verantwortungsbewusste Arbeit zu regenerieren. „Bei einer FFP-Maske ohne Ausatemventil wird als maximale Tragezeit 75 Minuten mit einer anschließenden Erholungsdauer von 30 Minuten empfohlen.“(Quelle: bwg-online.de) Eine FFP2-Maske gibt mir und anderen mehr Schutz, aber ich werde, wenn ich diese trage, meiner Arbeit, meinem Dienstplan und meinen Kollegen nicht mehr gerecht. Der Umkehrschluss: Ich verzichte auf meine Pause und kämpfe mit Kreislaufproblemen und Kopfweh, oder ich entscheide mich für einen „geringeren Schutz“ und trage „nur“ eine medizinische Maske.

Zum Thema Ausnahme:
Für mich beginnt die Sprachförderung beim „Guten Morgen“ und endet beim „Tschüss, bis morgen“. Sprachbildung und Sprachförderung gehören zu meinem Job. Ich habe dauernd besondere pädagogische Situationen. Und nun? Wenn ich das so auslege, brauche ich eigentlich gar keine Maske in meiner festen Gruppe (weil keine Durchmischung!) zu tragen… Dann bedarf es doch auch keiner Maskenpflicht, oder? Denn wiederum für mich ganz klar: Wenn ich die Gruppe verlasse oder in Bring- und Abholzeiten gehe ist es für mich wichtig und selbstverständlich eine Maske aufzusetzen! (Das lehrt uns das AHA- Konzept seit einem Jahr!)

Teststrategie


Es ist gut und wichtig, dass wir endlich so viel testen können. Aber es ist für mich auch ganz logisch: Wenn ich mehr teste, kommen mehr Infektionen zum Vorschein. Dass wir Erzieher uns 1-2 mal wöchentlich testen lassen können begrüße ich sehr und bin dankbar für dieses Angebot.

ABER BITTE sorgt auch dafür das das Angebot greifbar vor Ort ist.

Leere Versprechen bringen leider nichts. Im Gegenzug stellt sich mir die Frage: Schleppen nur wir, das Personal, Infektionen in die Kita?

Alles in allem ist das KEIN Regelbetrieb.

Diese ganzen Einschränkungen und Auflagen beschränken unseren Regelbetrieb. Wir können gar nicht so arbeiten wie wir es lieben und gerne täten! Liebe Politik, seit einem Jahr sind wir nun in der Pandemie, gefühlt mit den Maßnahmen genauso weit wie letztes Jahr. Die Leidtragenden sind ganz klar wir alle! Aber die schwerste Last auf den Schultern tragen immer noch die Kinder. Mir als Erwachsener fällt es zunehmend schwerer diesen Corona-Wahn zu ertragen und mitzutragen, dennoch halte ich mich an eure Regeln und bemühe ich mich sehr, auch Kindern die Hoffnung auf Normalität nicht zu nehmen.

ABER BITTE schafft doch endlich die Rahmenbedingungen die es in dieser sensiblen Arbeit benötigt.

Ständig erklärt ihr uns „wir können unser Leben nicht so leben wie wir es gewohnt sind“, aber in meinem für euch systemrelevanten Beruf zählt diese Predigt nicht. Schafft bitte endlich die von uns schon so lange erhofften Rahmenbedingungen und erschwert uns nicht noch den Alltag mit Dingen wie dem Gute-Kita-Gesetz. Macht diesen tollen Job nicht noch unattraktiver… Der Erziehermangel hat seine Gründe.

Nicht nur jetzt in der Pandemie sind wir systemrelevant!

Mitglied KFV RLP

Stay in the loop

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Der KiTa-Fachkräfteverband Rheinland-Pfalz begrüßt die Forderung des Landeselternausschusses nach Sonderbetreuungsurlaub für Eltern! Ein solches Instrument würde sicherzustellen, dass die Kinder vorwiegend zu Hause betreut werden können, bis die Infektionszahlen so zurückgehen, dass ein regulärer KiTa-Betrieb wieder zu verantworten ist (Quelle: LEA RLP).

Wir bedanken uns bei allen Eltern, die dem Appell der Regierung folgen und dadurch mithelfen, die Kontakte in den KiTas und damit die Infektionszahlen zu reduzieren. Bis zum 15.Januar befindet sich Deutschland noch im Shutdown. Mindestens so lange sind wir weiterhin auf die Solidarität der Eltern angewiesen, die Kinder möglichst zu Hause zu betreuen.

Wir KiTa-Fachkräfte hoffen auch im Sinne der Kinder und Familien auf gute und praktikable Konzepte, die einen effektiven Infektionsschutz im KiTa-Alltag ermöglichen. 

Durch klare Vorgaben, die Kinder in festen Gruppen mit festem Personal zu betreuen, effektive Luftfiltergeräte, sowie regelmäßige und anlassbezogene Tests für Personal und Kinder kann eine Betreuung unter Pandemiebedingungen sichergestellt werden. Diese Maßnahmen schränken zwar gegebenenfalls die Öffnungszeiten ein, gewährleisten aber allen Kindern einen kontinuierlichen KiTa-Besuch. Ein Sonderbetreuungsurlaub würde entstehende Engpässe ausgleichen. Den Satz des LEA-Artikels, dass das Kindeswohl über den Bedürfnissen der Erwachsenen steht, unterschreiben wir sofort.

Wenn Eltern, KiTa-Fachkräfte und alle Verantwortlichen in Politik und Verwaltung an einem Strang ziehen, werden wir die Krise meistern und hoffentlich im Laufe des nächsten Jahres zur Normalität zurückfinden.

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    Der nachfolgende Text stammt von unserem Verbandsmitglied Manuel Hein, Initiator der erfolgreichen Petition “Kein Regelbetrieb in KiTas” (hier abrufbar):

    Noch immer haben wir keine Reaktion der rheinland-pfälzischen Landesregierung. Wir ErzieherInnen sind zutiefst enttäuscht und fühlen uns alleine gelassen. Die Anzahl der Unterschriften (bundesweit sogar über 13.000) sollten verdeutlichen, dass es viele Menschen gibt, die über die derzeitige Lage besorgt sind.

    Am 18.12.2020 wurde unsere Petition „Kein Regelbetrieb in KiTas“ an den Petitionsausschuss in Rheinland-Pfalz gesendet, des Weiteren wurde Sie den Fraktionen zugesandt. Die Plattform OpenPetition hat dann noch eine persönliche Stellungnahme bei den einzelnen Abgeordneten angefragt.

    Gestern am 21.12.2020 fand eine Videokonferenz des Ausschusses für Bildung statt. Frau Anke Beilstein kritisierte das Vorgehen von Frau Dr. Hubigs Ministerium nicht nur im Bereich der Schulen, sondern auch der Kindertagesstätten mit deutlichen Worten. Leider prallte die berechtigte Kritik an Frau Dr. Hubig ab. Als es um den Regelbetrieb in den KiTas ging, sagte Frau Dr. Hubig: „(…) gut und richtig, dass wir es so gemacht haben.”

    Wie es jetzt gemacht wird, ist aber keineswegs richtig, das zeigen alleine schon die neuen Erhebungen der AOK. Dort wird deutlich, dass ErzieherInnen die Berufsgruppe mit den meisten coronabedingten Arbeitsausfällen sind.

    Mittlerweile sollte die Petition auch dem Bildungsministerium bekannt sein, trotzdem wurde sie während des Ausschusses nicht einmal erwähnt, obwohl das Thema schon eine große Medienpräsenz hat. Einzelne Abgeordnete der Opposition haben mittlerweile reagiert und den Forderungen oder zumindest einer Anhörung zugestimmt, leider reagiert niemand aus der derzeitigen Ampelregierung. Ist dies eine gewollte Verschleppungstaktik bis zum nächsten Treffen am 12.01.21? Es scheint in jedem Fall so.

    Wir ErzieherInnen sind uns unserer Aufgabe und Notwendigkeit im System bewusst. Allerdings ist es auch unsere Aufgabe die Kinder zu schützen, denn auch bei Kindern gibt es schwere Krankheitsverläufe in Zusammenhang mit dem Coronavirus.

    Familien, die dringend eine Notbetreuung brauchen, haben die Fachkräfte vor Ort im Blick und wurden auch in der Vergangenheit nicht alleine gelassen.

    Reagieren Sie bitte endlich auf unsere Forderungen: KiTas und Familien brauchen Planungssicherheit!

    Der nachfolgende Text stammt von unserem Verbandsmitglied Manuel Hein, Initiator der erfolgreichen Petition “Kein Regelbetrieb in KiTas” (hier abrufbar):

    Noch immer haben wir keine Reaktion der rheinland-pfälzischen Landesregierung. Wir ErzieherInnen sind zutiefst enttäuscht und fühlen uns alleine gelassen. Die Anzahl der Unterschriften (bundesweit sogar über 13.000) sollten verdeutlichen, dass es viele Menschen gibt, die über die derzeitige Lage besorgt sind.

    Am 18.12.2020 wurde unsere Petition „Kein Regelbetrieb in KiTas“ an den Petitionsausschuss in Rheinland-Pfalz gesendet, des Weiteren wurde Sie den Fraktionen zugesandt. Die Plattform OpenPetition hat dann noch eine persönliche Stellungnahme bei den einzelnen Abgeordneten angefragt.

    Gestern am 21.12.2020 fand eine Videokonferenz des Ausschusses für Bildung statt. Frau Anke Beilstein kritisierte das Vorgehen von Frau Dr. Hubigs Ministerium nicht nur im Bereich der Schulen, sondern auch der Kindertagesstätten mit deutlichen Worten. Leider prallte die berechtigte Kritik an Frau Dr. Hubig ab. Als es um den Regelbetrieb in den KiTas ging, sagte Frau Dr. Hubig: „(…) gut und richtig, dass wir es so gemacht haben.”

    Wie es jetzt gemacht wird, ist aber keineswegs richtig, das zeigen alleine schon die neuen Erhebungen der AOK. Dort wird deutlich, dass ErzieherInnen die Berufsgruppe mit den meisten coronabedingten Arbeitsausfällen sind.

    Mittlerweile sollte die Petition auch dem Bildungsministerium bekannt sein, trotzdem wurde sie während des Ausschusses nicht einmal erwähnt, obwohl das Thema schon eine große Medienpräsenz hat. Einzelne Abgeordnete der Opposition haben mittlerweile reagiert und den Forderungen oder zumindest einer Anhörung zugestimmt, leider reagiert niemand aus der derzeitigen Ampelregierung. Ist dies eine gewollte Verschleppungstaktik bis zum nächsten Treffen am 12.01.21? Es scheint in jedem Fall so.

    Wir ErzieherInnen sind uns unserer Aufgabe und Notwendigkeit im System bewusst. Allerdings ist es auch unsere Aufgabe die Kinder zu schützen, denn auch bei Kindern gibt es schwere Krankheitsverläufe in Zusammenhang mit dem Coronavirus.

    Familien, die dringend eine Notbetreuung brauchen, haben die Fachkräfte vor Ort im Blick und wurden auch in der Vergangenheit nicht alleine gelassen.

    Reagieren Sie bitte endlich auf unsere Forderungen: KiTas und Familien brauchen Planungssicherheit!

    Der nachfolgende Text stammt von unserem Verbandsmitglied Manuel Hein, Initiator der erfolgreichen Petition “Kein Regelbetrieb in KiTas” (hier abrufbar):

    Noch immer haben wir keine Reaktion der rheinland-pfälzischen Landesregierung. Wir ErzieherInnen sind zutiefst enttäuscht und fühlen uns alleine gelassen. Die Anzahl der Unterschriften (bundesweit sogar über 13.000) sollten verdeutlichen, dass es viele Menschen gibt, die über die derzeitige Lage besorgt sind.

    Am 18.12.2020 wurde unsere Petition „Kein Regelbetrieb in KiTas“ an den Petitionsausschuss in Rheinland-Pfalz gesendet, des Weiteren wurde Sie den Fraktionen zugesandt. Die Plattform OpenPetition hat dann noch eine persönliche Stellungnahme bei den einzelnen Abgeordneten angefragt.

    Gestern am 21.12.2020 fand eine Videokonferenz des Ausschusses für Bildung statt. Frau Anke Beilstein kritisierte das Vorgehen von Frau Dr. Hubigs Ministerium nicht nur im Bereich der Schulen, sondern auch der Kindertagesstätten mit deutlichen Worten. Leider prallte die berechtigte Kritik an Frau Dr. Hubig ab. Als es um den Regelbetrieb in den KiTas ging, sagte Frau Dr. Hubig: „(…) gut und richtig, dass wir es so gemacht haben.”

    Wie es jetzt gemacht wird, ist aber keineswegs richtig, das zeigen alleine schon die neuen Erhebungen der AOK. Dort wird deutlich, dass ErzieherInnen die Berufsgruppe mit den meisten coronabedingten Arbeitsausfällen sind.

    Mittlerweile sollte die Petition auch dem Bildungsministerium bekannt sein, trotzdem wurde sie während des Ausschusses nicht einmal erwähnt, obwohl das Thema schon eine große Medienpräsenz hat. Einzelne Abgeordnete der Opposition haben mittlerweile reagiert und den Forderungen oder zumindest einer Anhörung zugestimmt, leider reagiert niemand aus der derzeitigen Ampelregierung. Ist dies eine gewollte Verschleppungstaktik bis zum nächsten Treffen am 12.01.21? Es scheint in jedem Fall so.

    Wir ErzieherInnen sind uns unserer Aufgabe und Notwendigkeit im System bewusst. Allerdings ist es auch unsere Aufgabe die Kinder zu schützen, denn auch bei Kindern gibt es schwere Krankheitsverläufe in Zusammenhang mit dem Coronavirus.

    Familien, die dringend eine Notbetreuung brauchen, haben die Fachkräfte vor Ort im Blick und wurden auch in der Vergangenheit nicht alleine gelassen.

    Reagieren Sie bitte endlich auf unsere Forderungen: KiTas und Familien brauchen Planungssicherheit!