Sehr geehrte Frau Dreyer und Frau Hubig,
Prof. Zepp betont:
“Die Kinder über längeren Zeitraum von ihrem normalen Lebensräumen zu entfernen hat nachhaltige, schwerwiegende Folgen für die Entwicklung der Kinder!”
Aus diesem Grund müssen die Kitas offengehalten werden. Aber: Kitas sind seit Corona keine normalen Lebensräume mehr. Nach und nach fällt ein Eckpfeiler nach dem anderen:
- Die Selbständigkeit und Freiheit musste eingeschränkt werden. Partizipation findet nur noch im engen Rahmen der Hygieneverordnungen statt.
- Die Kinder müssen in einem Gruppenraum bleiben. Gartenzeiten, Turnzimmer etc. nach festgelegtem Plan oder im abgesperrtem Bereich.
- Gruppen werden nach Bedarf der Eltern eingeteilt, das hat zur Folge: Die Kinder sind zum Teil, nicht mehr bei ihren Bezugserzieher*innen und Freunden.
- Das Singen, ein elementarer pädagogischer Bereich, verboten! Keine Singkreis- und Fingerspiele mehr, die die Kinder so lieben. Geburtstagfeiern ohne Geburtstagslied…
Und nun, nach Beratung mit den Experten der Universitätsmedizin Mainz, treffen sie die Entscheidung:
Erzieher*innen sollen, wann immer möglich, ab sofort eine Maske tragen.
Dabei seien Ausnahmen, z.B. Sprachförderung, möglich. Eine Anordnung und keine klare Regelung. Punkt eins:
Sprachförderung findet den ganzen Tag statt.
Im Kitaalltag lernen die Kinder, den ganzen Tag über, neue Wörter und üben die Aussprache.
Punkt zwei: Was ist mit dem “päd. Happen?” Dürfen wir mit den Kindern noch gemeinsam essen? Wenn Nein, verlieren die Kinder ein weiteren elementaren, pädagogischen Bereich ihres normalen Lebensraums der Kita. Ist es uns erlaubt in diesen Situationen die Maske abzulegen, verstehe ich nicht den Sinn, warum wir sie in anderen Situationen und im Außengelände tragen müssen.
“Wann immer möglich?”
Und wenn es nicht möglich ist, wird die Maske abgelegt und eine Infektion könnte von außen in die Einrichtung getragen werden. Somit schützt die Maskenpflicht nicht und der Schaden bei den Kindern ist größer als der Nutzen. Die Kinder haben sich daran gewöhnt, dass Erwachsene außerhalb ihres Zuhause Masken tragen. Dennoch oder gerade deshalb, brauchen Kitakinder, nach einem Jahr Corona, Normalität in ihrem Lebensraum Kita!
Unsere Zwei- bis Dreijährigen, unsere Kinder mit Migrationshintergrund, die kaum Deutsch verstehen, unsere Kinder mit Beeinträchtigungen, sie brauchen unser ganzes Gesicht! Sprache und Sprachverständnis entwickelt sich in der Kita. Kinder lesen in unseren Gesichtern. Auch unsere Großen, sprachlich fitten Kinder, leiden. Es bricht mir das Herz, wenn sie Aussagen treffen wie: “Ich möchte das Corona endlich vorbei ist!” Sie brauchen unsere vertrauten Gesichter, die ihnen in ihrem Lebensraum Kita Sicherheit, Zuversicht, Verständnis, etc. geben.
In der Fachschule in Speyer besprechen Lehrer*innen mit ihren Schüler*innen die Maskenpflicht und welche schwerwiegenden Folgen dies für die Entwicklung der Kinder haben kann. Warum sind bei ihren Beratungen immer nur Mediziner und nie Pädagogen dabei? Wenn sie wollen, dass Kinder in ihren normalen Lebensraum Kita zurück kommen, brauchen wir sinnvolle Maßnahmen, z.B. Luftfilteranlagen, die die Virenlast in der Luft reduzieren.
Stellen sie durch ein schnelles Impfen der Erzieher*innen sicher, dass keine Infektionen von außen in die Kitas hineingetragen werden, dann braucht es keine Maskenpflicht! Dabei gilt es Probleme, die ihnen vielleicht noch nicht bekannt sind, zu lösen. Ein Beispiel aus meiner Einrichtung: Zwei meiner Kolleginnen mussten aufgrund von Quarantäne ihren Impftermin absagen und stehen jetzt wieder auf der Warteliste. Nur eine Erzieherin ist einmal mit AstraZeneca geimpft!
Hier müssen Lösungen gefunden werden.
Wäre es möglich, Erzieher*innen direkt nach ihrer Quarantäne zu impfen? Dies wäre der Zeitpunkt an dem sie sicher negativ sind! Wie geht es mit den Kollegen*innen weiter, die einmal mit AstraZeneca geimpft sind? Wir Erzieher*innen tun alles, um den Kindern in ihrem Lebensraum Kita soviel Normalität, wie möglich zu geben und sie so gut wie möglich durch diese schwere Zeit zu bringen.
Helfen und unterstützen Sie uns bitte mit sinnvollen Maßnahmen.
Mit freundlichen Grüßen
Birgit Kern
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Der nachfolgende Text stammt von unserem Verbandsmitglied Manuel Hein, Initiator der erfolgreichen Petition “Kein Regelbetrieb in KiTas” (hier abrufbar):
Noch immer haben wir keine Reaktion der rheinland-pfälzischen Landesregierung. Wir ErzieherInnen sind zutiefst enttäuscht und fühlen uns alleine gelassen. Die Anzahl der Unterschriften (bundesweit sogar über 13.000) sollten verdeutlichen, dass es viele Menschen gibt, die über die derzeitige Lage besorgt sind.
Am 18.12.2020 wurde unsere Petition „Kein Regelbetrieb in KiTas“ an den Petitionsausschuss in Rheinland-Pfalz gesendet, des Weiteren wurde Sie den Fraktionen zugesandt. Die Plattform OpenPetition hat dann noch eine persönliche Stellungnahme bei den einzelnen Abgeordneten angefragt.
Gestern am 21.12.2020 fand eine Videokonferenz des Ausschusses für Bildung statt. Frau Anke Beilstein kritisierte das Vorgehen von Frau Dr. Hubigs Ministerium nicht nur im Bereich der Schulen, sondern auch der Kindertagesstätten mit deutlichen Worten. Leider prallte die berechtigte Kritik an Frau Dr. Hubig ab. Als es um den Regelbetrieb in den KiTas ging, sagte Frau Dr. Hubig: „(…) gut und richtig, dass wir es so gemacht haben.”
Wie es jetzt gemacht wird, ist aber keineswegs richtig, das zeigen alleine schon die neuen Erhebungen der AOK. Dort wird deutlich, dass ErzieherInnen die Berufsgruppe mit den meisten coronabedingten Arbeitsausfällen sind.
Mittlerweile sollte die Petition auch dem Bildungsministerium bekannt sein, trotzdem wurde sie während des Ausschusses nicht einmal erwähnt, obwohl das Thema schon eine große Medienpräsenz hat. Einzelne Abgeordnete der Opposition haben mittlerweile reagiert und den Forderungen oder zumindest einer Anhörung zugestimmt, leider reagiert niemand aus der derzeitigen Ampelregierung. Ist dies eine gewollte Verschleppungstaktik bis zum nächsten Treffen am 12.01.21? Es scheint in jedem Fall so.
Wir ErzieherInnen sind uns unserer Aufgabe und Notwendigkeit im System bewusst. Allerdings ist es auch unsere Aufgabe die Kinder zu schützen, denn auch bei Kindern gibt es schwere Krankheitsverläufe in Zusammenhang mit dem Coronavirus.
Familien, die dringend eine Notbetreuung brauchen, haben die Fachkräfte vor Ort im Blick und wurden auch in der Vergangenheit nicht alleine gelassen.
Reagieren Sie bitte endlich auf unsere Forderungen: KiTas und Familien brauchen Planungssicherheit!
Der nachfolgende Text stammt von unserem Verbandsmitglied Manuel Hein, Initiator der erfolgreichen Petition “Kein Regelbetrieb in KiTas” (hier abrufbar):
Noch immer haben wir keine Reaktion der rheinland-pfälzischen Landesregierung. Wir ErzieherInnen sind zutiefst enttäuscht und fühlen uns alleine gelassen. Die Anzahl der Unterschriften (bundesweit sogar über 13.000) sollten verdeutlichen, dass es viele Menschen gibt, die über die derzeitige Lage besorgt sind.
Am 18.12.2020 wurde unsere Petition „Kein Regelbetrieb in KiTas“ an den Petitionsausschuss in Rheinland-Pfalz gesendet, des Weiteren wurde Sie den Fraktionen zugesandt. Die Plattform OpenPetition hat dann noch eine persönliche Stellungnahme bei den einzelnen Abgeordneten angefragt.
Gestern am 21.12.2020 fand eine Videokonferenz des Ausschusses für Bildung statt. Frau Anke Beilstein kritisierte das Vorgehen von Frau Dr. Hubigs Ministerium nicht nur im Bereich der Schulen, sondern auch der Kindertagesstätten mit deutlichen Worten. Leider prallte die berechtigte Kritik an Frau Dr. Hubig ab. Als es um den Regelbetrieb in den KiTas ging, sagte Frau Dr. Hubig: „(…) gut und richtig, dass wir es so gemacht haben.”
Wie es jetzt gemacht wird, ist aber keineswegs richtig, das zeigen alleine schon die neuen Erhebungen der AOK. Dort wird deutlich, dass ErzieherInnen die Berufsgruppe mit den meisten coronabedingten Arbeitsausfällen sind.
Mittlerweile sollte die Petition auch dem Bildungsministerium bekannt sein, trotzdem wurde sie während des Ausschusses nicht einmal erwähnt, obwohl das Thema schon eine große Medienpräsenz hat. Einzelne Abgeordnete der Opposition haben mittlerweile reagiert und den Forderungen oder zumindest einer Anhörung zugestimmt, leider reagiert niemand aus der derzeitigen Ampelregierung. Ist dies eine gewollte Verschleppungstaktik bis zum nächsten Treffen am 12.01.21? Es scheint in jedem Fall so.
Wir ErzieherInnen sind uns unserer Aufgabe und Notwendigkeit im System bewusst. Allerdings ist es auch unsere Aufgabe die Kinder zu schützen, denn auch bei Kindern gibt es schwere Krankheitsverläufe in Zusammenhang mit dem Coronavirus.
Familien, die dringend eine Notbetreuung brauchen, haben die Fachkräfte vor Ort im Blick und wurden auch in der Vergangenheit nicht alleine gelassen.
Reagieren Sie bitte endlich auf unsere Forderungen: KiTas und Familien brauchen Planungssicherheit!
Der nachfolgende Text stammt von unserem Verbandsmitglied Manuel Hein, Initiator der erfolgreichen Petition “Kein Regelbetrieb in KiTas” (hier abrufbar):
Noch immer haben wir keine Reaktion der rheinland-pfälzischen Landesregierung. Wir ErzieherInnen sind zutiefst enttäuscht und fühlen uns alleine gelassen. Die Anzahl der Unterschriften (bundesweit sogar über 13.000) sollten verdeutlichen, dass es viele Menschen gibt, die über die derzeitige Lage besorgt sind.
Am 18.12.2020 wurde unsere Petition „Kein Regelbetrieb in KiTas“ an den Petitionsausschuss in Rheinland-Pfalz gesendet, des Weiteren wurde Sie den Fraktionen zugesandt. Die Plattform OpenPetition hat dann noch eine persönliche Stellungnahme bei den einzelnen Abgeordneten angefragt.
Gestern am 21.12.2020 fand eine Videokonferenz des Ausschusses für Bildung statt. Frau Anke Beilstein kritisierte das Vorgehen von Frau Dr. Hubigs Ministerium nicht nur im Bereich der Schulen, sondern auch der Kindertagesstätten mit deutlichen Worten. Leider prallte die berechtigte Kritik an Frau Dr. Hubig ab. Als es um den Regelbetrieb in den KiTas ging, sagte Frau Dr. Hubig: „(…) gut und richtig, dass wir es so gemacht haben.”
Wie es jetzt gemacht wird, ist aber keineswegs richtig, das zeigen alleine schon die neuen Erhebungen der AOK. Dort wird deutlich, dass ErzieherInnen die Berufsgruppe mit den meisten coronabedingten Arbeitsausfällen sind.
Mittlerweile sollte die Petition auch dem Bildungsministerium bekannt sein, trotzdem wurde sie während des Ausschusses nicht einmal erwähnt, obwohl das Thema schon eine große Medienpräsenz hat. Einzelne Abgeordnete der Opposition haben mittlerweile reagiert und den Forderungen oder zumindest einer Anhörung zugestimmt, leider reagiert niemand aus der derzeitigen Ampelregierung. Ist dies eine gewollte Verschleppungstaktik bis zum nächsten Treffen am 12.01.21? Es scheint in jedem Fall so.
Wir ErzieherInnen sind uns unserer Aufgabe und Notwendigkeit im System bewusst. Allerdings ist es auch unsere Aufgabe die Kinder zu schützen, denn auch bei Kindern gibt es schwere Krankheitsverläufe in Zusammenhang mit dem Coronavirus.
Familien, die dringend eine Notbetreuung brauchen, haben die Fachkräfte vor Ort im Blick und wurden auch in der Vergangenheit nicht alleine gelassen.
Reagieren Sie bitte endlich auf unsere Forderungen: KiTas und Familien brauchen Planungssicherheit!
