In den letzten Wochen war der Kita-Fachkräfteverband RLP bei Veranstaltungen auf verschiedenen Ebenen und in verschiedenen Kontexten aktiv.
Wir bekommen die Rückmeldung von politischer Seite, dass die Kitas kein gesellschaftliches Randthema darstellen.
Egal ob in Präsenz oder online, die Veranstaltungen zum Thema Kita waren überdurchschnittlich gut besucht. Das ist ein wichtiges Signal für Politiker*innen der verschiedenen Ebenen, sich weiter intensiv mit dem Thema zu beschäftigen und nach Lösungen zu suchen, welche die Probleme lindern und langfristig hoffentlich beseitigen. Im Juni sind wir zu weiteren Veranstaltungen eingeladen.
Vielen Fachkräften und Leitungen ist es wichtig, die Lage in ihren Kitas und die nicht stemmbaren Herausforderungen zu beschreiben, denen sie gegenüberstehen. Der Wunsch, es irgendwie allen rechtzumachen, Probleme und Versäumnisse struktureller Art auszubügeln und in Zeiten personeller Unterbesetzung den regulären Kita-Betrieb aufrechtzuerhalten, führt zur chronischen Überforderung und damit zu einem angespannten Kita-Alltag, unter dem auch die Kinder leiden. Es entsteht Groll und das Gefühl, die Versäumnisse des Kita-Systems ausbaden zu müssen.
Als Verband ist es uns ein Anliegen, Fachkräfte und Leitungen zu stärken, damit sie lernen, Grenzen zu setzen und notwendige Ressourcen einzufordern.
Wir haben es nicht mit einem momentanen Engpass oder bedauerlichen Einzelfällen zu tun, sondern mit einer dauerhaften Krise und strukturellen Mängeln. Deshalb braucht es kurz- mittel- und langfristige Lösungsansätze und die Verständigung darauf, dass die Arbeit in unseren Kitas nur so erfolgen kann, wie es die vorhandenen oder geschaffenen personellen und räumlichen Ressourcen ermöglichen.
Wir versuchen, den Blick dafür zu schärfen, dass die Rahmenbedingungen in unseren Kitas vom Anspruch an gute frühkindliche Bildung, individuelle Förderung, aber auch einer Betreuung, welche auf grundlegende Bedürfnisse der Kinder adäquat eingehen kann, weit entfernt sind.
Solange es immer noch Akteure im Kita-System gibt, die meinen, prinzipiell sei alles in Ordnung und nur hier und da gäbe es Probleme, wird das Verständnis für die aktuelle Lage und der Wille für Reformen nicht besonders groß sein. Gut, dass Problembewusstsein sowie Verständnis für die gesellschaftliche Bedeutung der Kitas wachsen.
In den letzten Wochen durften wir an verschiedenen Sitzungen, Arbeitskreisen und Veranstaltungen mit Vertreter*innen des Bildungsministeriums, des Landesjugendamtes, der Gewerkschaften, verschiedener Kita-Trägerorganisationen und dem Landeselternausschuss von RLP teilnehmen. Dabei treffen verschiedene Perspektiven aufeinander, und wir vertreten als „Stimme aus der Praxis“ die Perspektive der Fachkräfte, die täglich in den Kitas arbeiten.

Erfreulich sind auch regelmäßige Presseanfragen, die uns erreichen. Der Kita-Fachkräfteverband ist für die Medien zu einer vertrauenswürdigen Quelle geworden, wenn es um die Perspektive der Kita-Praxis geht.
Unser Verband bot eine online-Veranstaltung zum Thema Maßnahmenplan an, weiterhin gab es Gelegenheit für unsere Mitglieder, an Veranstaltungen teilzunehmen, die von den Kita-Fachkräfteverbänden der anderen Bundesländer angeboten wurden. Gemeinsam mit Vorstandsmitgliedern anderer Verbände führten wir Gespräche mit Organisationen und Politiker*innen über die Grenzen unseres Bundeslandes hinaus. Da unsere Arbeit ehrenamtlich geschieht, sind wir sehr dankbar über die Möglichkeit, uns in Online-Konferenzen mit Kita-Akteuren aus ganz Deutschland austauschen zu können.
Aktuell freuen wir uns auf die Teilnahme beim RLP-Tag in Bad Ems im Juni und die Veröffentlichung der Auswertung unserer Evaluation, was uns hoffentlich noch vor den Sommerferien gelingt.
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Der nachfolgende Text stammt von unserem Verbandsmitglied Manuel Hein, Initiator der erfolgreichen Petition “Kein Regelbetrieb in KiTas” (hier abrufbar):
Noch immer haben wir keine Reaktion der rheinland-pfälzischen Landesregierung. Wir ErzieherInnen sind zutiefst enttäuscht und fühlen uns alleine gelassen. Die Anzahl der Unterschriften (bundesweit sogar über 13.000) sollten verdeutlichen, dass es viele Menschen gibt, die über die derzeitige Lage besorgt sind.
Am 18.12.2020 wurde unsere Petition „Kein Regelbetrieb in KiTas“ an den Petitionsausschuss in Rheinland-Pfalz gesendet, des Weiteren wurde Sie den Fraktionen zugesandt. Die Plattform OpenPetition hat dann noch eine persönliche Stellungnahme bei den einzelnen Abgeordneten angefragt.
Gestern am 21.12.2020 fand eine Videokonferenz des Ausschusses für Bildung statt. Frau Anke Beilstein kritisierte das Vorgehen von Frau Dr. Hubigs Ministerium nicht nur im Bereich der Schulen, sondern auch der Kindertagesstätten mit deutlichen Worten. Leider prallte die berechtigte Kritik an Frau Dr. Hubig ab. Als es um den Regelbetrieb in den KiTas ging, sagte Frau Dr. Hubig: „(…) gut und richtig, dass wir es so gemacht haben.”
Wie es jetzt gemacht wird, ist aber keineswegs richtig, das zeigen alleine schon die neuen Erhebungen der AOK. Dort wird deutlich, dass ErzieherInnen die Berufsgruppe mit den meisten coronabedingten Arbeitsausfällen sind.
Mittlerweile sollte die Petition auch dem Bildungsministerium bekannt sein, trotzdem wurde sie während des Ausschusses nicht einmal erwähnt, obwohl das Thema schon eine große Medienpräsenz hat. Einzelne Abgeordnete der Opposition haben mittlerweile reagiert und den Forderungen oder zumindest einer Anhörung zugestimmt, leider reagiert niemand aus der derzeitigen Ampelregierung. Ist dies eine gewollte Verschleppungstaktik bis zum nächsten Treffen am 12.01.21? Es scheint in jedem Fall so.
Wir ErzieherInnen sind uns unserer Aufgabe und Notwendigkeit im System bewusst. Allerdings ist es auch unsere Aufgabe die Kinder zu schützen, denn auch bei Kindern gibt es schwere Krankheitsverläufe in Zusammenhang mit dem Coronavirus.
Familien, die dringend eine Notbetreuung brauchen, haben die Fachkräfte vor Ort im Blick und wurden auch in der Vergangenheit nicht alleine gelassen.
Reagieren Sie bitte endlich auf unsere Forderungen: KiTas und Familien brauchen Planungssicherheit!
Der nachfolgende Text stammt von unserem Verbandsmitglied Manuel Hein, Initiator der erfolgreichen Petition “Kein Regelbetrieb in KiTas” (hier abrufbar):
Noch immer haben wir keine Reaktion der rheinland-pfälzischen Landesregierung. Wir ErzieherInnen sind zutiefst enttäuscht und fühlen uns alleine gelassen. Die Anzahl der Unterschriften (bundesweit sogar über 13.000) sollten verdeutlichen, dass es viele Menschen gibt, die über die derzeitige Lage besorgt sind.
Am 18.12.2020 wurde unsere Petition „Kein Regelbetrieb in KiTas“ an den Petitionsausschuss in Rheinland-Pfalz gesendet, des Weiteren wurde Sie den Fraktionen zugesandt. Die Plattform OpenPetition hat dann noch eine persönliche Stellungnahme bei den einzelnen Abgeordneten angefragt.
Gestern am 21.12.2020 fand eine Videokonferenz des Ausschusses für Bildung statt. Frau Anke Beilstein kritisierte das Vorgehen von Frau Dr. Hubigs Ministerium nicht nur im Bereich der Schulen, sondern auch der Kindertagesstätten mit deutlichen Worten. Leider prallte die berechtigte Kritik an Frau Dr. Hubig ab. Als es um den Regelbetrieb in den KiTas ging, sagte Frau Dr. Hubig: „(…) gut und richtig, dass wir es so gemacht haben.”
Wie es jetzt gemacht wird, ist aber keineswegs richtig, das zeigen alleine schon die neuen Erhebungen der AOK. Dort wird deutlich, dass ErzieherInnen die Berufsgruppe mit den meisten coronabedingten Arbeitsausfällen sind.
Mittlerweile sollte die Petition auch dem Bildungsministerium bekannt sein, trotzdem wurde sie während des Ausschusses nicht einmal erwähnt, obwohl das Thema schon eine große Medienpräsenz hat. Einzelne Abgeordnete der Opposition haben mittlerweile reagiert und den Forderungen oder zumindest einer Anhörung zugestimmt, leider reagiert niemand aus der derzeitigen Ampelregierung. Ist dies eine gewollte Verschleppungstaktik bis zum nächsten Treffen am 12.01.21? Es scheint in jedem Fall so.
Wir ErzieherInnen sind uns unserer Aufgabe und Notwendigkeit im System bewusst. Allerdings ist es auch unsere Aufgabe die Kinder zu schützen, denn auch bei Kindern gibt es schwere Krankheitsverläufe in Zusammenhang mit dem Coronavirus.
Familien, die dringend eine Notbetreuung brauchen, haben die Fachkräfte vor Ort im Blick und wurden auch in der Vergangenheit nicht alleine gelassen.
Reagieren Sie bitte endlich auf unsere Forderungen: KiTas und Familien brauchen Planungssicherheit!
Der nachfolgende Text stammt von unserem Verbandsmitglied Manuel Hein, Initiator der erfolgreichen Petition “Kein Regelbetrieb in KiTas” (hier abrufbar):
Noch immer haben wir keine Reaktion der rheinland-pfälzischen Landesregierung. Wir ErzieherInnen sind zutiefst enttäuscht und fühlen uns alleine gelassen. Die Anzahl der Unterschriften (bundesweit sogar über 13.000) sollten verdeutlichen, dass es viele Menschen gibt, die über die derzeitige Lage besorgt sind.
Am 18.12.2020 wurde unsere Petition „Kein Regelbetrieb in KiTas“ an den Petitionsausschuss in Rheinland-Pfalz gesendet, des Weiteren wurde Sie den Fraktionen zugesandt. Die Plattform OpenPetition hat dann noch eine persönliche Stellungnahme bei den einzelnen Abgeordneten angefragt.
Gestern am 21.12.2020 fand eine Videokonferenz des Ausschusses für Bildung statt. Frau Anke Beilstein kritisierte das Vorgehen von Frau Dr. Hubigs Ministerium nicht nur im Bereich der Schulen, sondern auch der Kindertagesstätten mit deutlichen Worten. Leider prallte die berechtigte Kritik an Frau Dr. Hubig ab. Als es um den Regelbetrieb in den KiTas ging, sagte Frau Dr. Hubig: „(…) gut und richtig, dass wir es so gemacht haben.”
Wie es jetzt gemacht wird, ist aber keineswegs richtig, das zeigen alleine schon die neuen Erhebungen der AOK. Dort wird deutlich, dass ErzieherInnen die Berufsgruppe mit den meisten coronabedingten Arbeitsausfällen sind.
Mittlerweile sollte die Petition auch dem Bildungsministerium bekannt sein, trotzdem wurde sie während des Ausschusses nicht einmal erwähnt, obwohl das Thema schon eine große Medienpräsenz hat. Einzelne Abgeordnete der Opposition haben mittlerweile reagiert und den Forderungen oder zumindest einer Anhörung zugestimmt, leider reagiert niemand aus der derzeitigen Ampelregierung. Ist dies eine gewollte Verschleppungstaktik bis zum nächsten Treffen am 12.01.21? Es scheint in jedem Fall so.
Wir ErzieherInnen sind uns unserer Aufgabe und Notwendigkeit im System bewusst. Allerdings ist es auch unsere Aufgabe die Kinder zu schützen, denn auch bei Kindern gibt es schwere Krankheitsverläufe in Zusammenhang mit dem Coronavirus.
Familien, die dringend eine Notbetreuung brauchen, haben die Fachkräfte vor Ort im Blick und wurden auch in der Vergangenheit nicht alleine gelassen.
Reagieren Sie bitte endlich auf unsere Forderungen: KiTas und Familien brauchen Planungssicherheit!
