Dazu braucht es unterstützende Maßnahmen
In der gestrigen Pressekonferenz vom 17.03.22 sprach Ministerpräsidentin Dreyer davon, dass die Kitas im Land die Aufnahme aus der Ukraine geflüchteter Kinder vorbereiten.
Die Kitas in RLP kämpfen mit massivem Personalmangel und oft auch Räumlichkeiten, die den aktuellen Anforderungen (durchgehende Betreuung für alle Kinder) kaum gewachsen sind. Dazu kommen aktuell viele krankheitsbedingte Personalausfälle durch die Omikron-Welle. In zahlreichen Kommunen gibt es Wartelisten für einen Kita-Platz. Es ist daher vielerorts nicht einfach und unkompliziert möglich, zeitnah zusätzliche Kita-Plätze für geflüchtete Kinder anzubieten. Dazu braucht es unterstützende Maßnahmen.

Der Kita-Fachkräfteverband Rheinland-Pfalz hat mit Fachkräften aus der täglichen Praxis konkrete Vorschläge zum Thema Kinderbetreuung für geflüchtete Kinder gesammelt. Wie kann sinnvolle Hilfe aussehen, die den Kindern in ihrer schwierigen Situation gerecht wird?
Viele Ideen betreffen nicht nur die aktuelle Situation, sondern könnten auch grundsätzlich helfen, dem Fachkräftemangel zu begegnen.
Die Situation der Kitas stellt sich vor Ort unterschiedlich dar. Deshalb sind unsere Vorschläge als eine Art Werkzeugkasten zu betrachten, aus dem sich Träger, Jugendämter und die Politik passende Maßnahmen heraussuchen oder sich von den Ideen inspirieren lassen können.
Hier die Liste der gesammelten Vorschläge, die Reihenfolge ist nicht prioritär zu betrachten:
- Mit den Geflüchteten ins Gespräch gehen und Bedarfe erfragen. Welche Form der Hilfe wünschen sie sich? Was brauchen junge Kinder, die gerade aus Kriegsgebieten geflüchtet sind, ihre Heimat verlassen mussten und sich nun in fremder Umgebung zurechtfinden müssen?
- Spielgruppen in Gemeindehäusern und öffentlichen Räumen einrichten, die ukrainischen Eltern und Kindern, aber auch deutschen Familien offenstehen
- Auch Kitas können außerhalb ihrer Öffnungszeiten Räume zur Verfügung stellen.
- Betreuungsangebote für Kinder, in die ukrainische Muttersprachler mit einbezogen werden
- Fortbildungsangebote für Ukrainer*innen mit pädagogischer Ausbildung, Anerkennung päd. Abschlüsse, Angebot von Sprachkursen
- Ukrainer*innen, die schon länger hier leben, als Vermittler*innen oder Lotsen einsetzen
- Tagesmütter/Väter mit ins Boot holen
- Berentete rüstige Kita-Fachkräfte ansprechen und reaktivieren- Sie müssen ordentlich bezahlt werden und ihr Verdienst darf nicht auf ihre Rente angerechnet werden.
- Studenten pädagogischer Studiengänge als bezahlte Aushilfskräfte engagieren, analog zu den Werkstudenten anderer Fachrichtungen
- Therapeutisch und psychologisch ausgebildete Kräfte oder Praxen mit einbinden und entsprechend vergüten
- Vernetzung und Kooperation der verschiedenen Institutionen – Transparente Informationen für alle Beteiligten, wo welche Unterstützung und Hilfe zu bekommen ist – Unbürokratische Zugänge zu Unterstützungsangeboten
- Trauma-therapeutische Fortbildungen
Zusätzliche Ideen für Kitas, die Aufnahmekapazitäten haben:
- Entlastung der Leitungen bei Verwaltungsaufgaben, zum Beispiel durch Kräfte des Trägers der kommunalen Verwaltung oder der Jugendämter
- Gewichtungsfaktoren einführen. Kinderzahlen werden bei der Aufnahme geflüchteter Kinder, die kein deutsch sprechen, reduziert oder der Personalschlüssel wird entsprechend erhöht.
- Trauma-therapeutische Fortbildungen für Kita-Fachkräfte
- Pädagogisch und psychologisch ausgebildete Kräfte der Jugendämter, von freien Trägern oder von Einrichtungen der öffentlichen Jugendhilfe werden abgeordnet, um in den Kitas auszuhelfen, bis sich die Lage entspannt hat.
- Zusätzliche Kräfte aus anderen Berufsfeldern zur Unterstützung im Kita-Alltag
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Der nachfolgende Text stammt von unserem Verbandsmitglied Manuel Hein, Initiator der erfolgreichen Petition “Kein Regelbetrieb in KiTas” (hier abrufbar):
Noch immer haben wir keine Reaktion der rheinland-pfälzischen Landesregierung. Wir ErzieherInnen sind zutiefst enttäuscht und fühlen uns alleine gelassen. Die Anzahl der Unterschriften (bundesweit sogar über 13.000) sollten verdeutlichen, dass es viele Menschen gibt, die über die derzeitige Lage besorgt sind.
Am 18.12.2020 wurde unsere Petition „Kein Regelbetrieb in KiTas“ an den Petitionsausschuss in Rheinland-Pfalz gesendet, des Weiteren wurde Sie den Fraktionen zugesandt. Die Plattform OpenPetition hat dann noch eine persönliche Stellungnahme bei den einzelnen Abgeordneten angefragt.
Gestern am 21.12.2020 fand eine Videokonferenz des Ausschusses für Bildung statt. Frau Anke Beilstein kritisierte das Vorgehen von Frau Dr. Hubigs Ministerium nicht nur im Bereich der Schulen, sondern auch der Kindertagesstätten mit deutlichen Worten. Leider prallte die berechtigte Kritik an Frau Dr. Hubig ab. Als es um den Regelbetrieb in den KiTas ging, sagte Frau Dr. Hubig: „(…) gut und richtig, dass wir es so gemacht haben.”
Wie es jetzt gemacht wird, ist aber keineswegs richtig, das zeigen alleine schon die neuen Erhebungen der AOK. Dort wird deutlich, dass ErzieherInnen die Berufsgruppe mit den meisten coronabedingten Arbeitsausfällen sind.
Mittlerweile sollte die Petition auch dem Bildungsministerium bekannt sein, trotzdem wurde sie während des Ausschusses nicht einmal erwähnt, obwohl das Thema schon eine große Medienpräsenz hat. Einzelne Abgeordnete der Opposition haben mittlerweile reagiert und den Forderungen oder zumindest einer Anhörung zugestimmt, leider reagiert niemand aus der derzeitigen Ampelregierung. Ist dies eine gewollte Verschleppungstaktik bis zum nächsten Treffen am 12.01.21? Es scheint in jedem Fall so.
Wir ErzieherInnen sind uns unserer Aufgabe und Notwendigkeit im System bewusst. Allerdings ist es auch unsere Aufgabe die Kinder zu schützen, denn auch bei Kindern gibt es schwere Krankheitsverläufe in Zusammenhang mit dem Coronavirus.
Familien, die dringend eine Notbetreuung brauchen, haben die Fachkräfte vor Ort im Blick und wurden auch in der Vergangenheit nicht alleine gelassen.
Reagieren Sie bitte endlich auf unsere Forderungen: KiTas und Familien brauchen Planungssicherheit!
Der nachfolgende Text stammt von unserem Verbandsmitglied Manuel Hein, Initiator der erfolgreichen Petition “Kein Regelbetrieb in KiTas” (hier abrufbar):
Noch immer haben wir keine Reaktion der rheinland-pfälzischen Landesregierung. Wir ErzieherInnen sind zutiefst enttäuscht und fühlen uns alleine gelassen. Die Anzahl der Unterschriften (bundesweit sogar über 13.000) sollten verdeutlichen, dass es viele Menschen gibt, die über die derzeitige Lage besorgt sind.
Am 18.12.2020 wurde unsere Petition „Kein Regelbetrieb in KiTas“ an den Petitionsausschuss in Rheinland-Pfalz gesendet, des Weiteren wurde Sie den Fraktionen zugesandt. Die Plattform OpenPetition hat dann noch eine persönliche Stellungnahme bei den einzelnen Abgeordneten angefragt.
Gestern am 21.12.2020 fand eine Videokonferenz des Ausschusses für Bildung statt. Frau Anke Beilstein kritisierte das Vorgehen von Frau Dr. Hubigs Ministerium nicht nur im Bereich der Schulen, sondern auch der Kindertagesstätten mit deutlichen Worten. Leider prallte die berechtigte Kritik an Frau Dr. Hubig ab. Als es um den Regelbetrieb in den KiTas ging, sagte Frau Dr. Hubig: „(…) gut und richtig, dass wir es so gemacht haben.”
Wie es jetzt gemacht wird, ist aber keineswegs richtig, das zeigen alleine schon die neuen Erhebungen der AOK. Dort wird deutlich, dass ErzieherInnen die Berufsgruppe mit den meisten coronabedingten Arbeitsausfällen sind.
Mittlerweile sollte die Petition auch dem Bildungsministerium bekannt sein, trotzdem wurde sie während des Ausschusses nicht einmal erwähnt, obwohl das Thema schon eine große Medienpräsenz hat. Einzelne Abgeordnete der Opposition haben mittlerweile reagiert und den Forderungen oder zumindest einer Anhörung zugestimmt, leider reagiert niemand aus der derzeitigen Ampelregierung. Ist dies eine gewollte Verschleppungstaktik bis zum nächsten Treffen am 12.01.21? Es scheint in jedem Fall so.
Wir ErzieherInnen sind uns unserer Aufgabe und Notwendigkeit im System bewusst. Allerdings ist es auch unsere Aufgabe die Kinder zu schützen, denn auch bei Kindern gibt es schwere Krankheitsverläufe in Zusammenhang mit dem Coronavirus.
Familien, die dringend eine Notbetreuung brauchen, haben die Fachkräfte vor Ort im Blick und wurden auch in der Vergangenheit nicht alleine gelassen.
Reagieren Sie bitte endlich auf unsere Forderungen: KiTas und Familien brauchen Planungssicherheit!
Der nachfolgende Text stammt von unserem Verbandsmitglied Manuel Hein, Initiator der erfolgreichen Petition “Kein Regelbetrieb in KiTas” (hier abrufbar):
Noch immer haben wir keine Reaktion der rheinland-pfälzischen Landesregierung. Wir ErzieherInnen sind zutiefst enttäuscht und fühlen uns alleine gelassen. Die Anzahl der Unterschriften (bundesweit sogar über 13.000) sollten verdeutlichen, dass es viele Menschen gibt, die über die derzeitige Lage besorgt sind.
Am 18.12.2020 wurde unsere Petition „Kein Regelbetrieb in KiTas“ an den Petitionsausschuss in Rheinland-Pfalz gesendet, des Weiteren wurde Sie den Fraktionen zugesandt. Die Plattform OpenPetition hat dann noch eine persönliche Stellungnahme bei den einzelnen Abgeordneten angefragt.
Gestern am 21.12.2020 fand eine Videokonferenz des Ausschusses für Bildung statt. Frau Anke Beilstein kritisierte das Vorgehen von Frau Dr. Hubigs Ministerium nicht nur im Bereich der Schulen, sondern auch der Kindertagesstätten mit deutlichen Worten. Leider prallte die berechtigte Kritik an Frau Dr. Hubig ab. Als es um den Regelbetrieb in den KiTas ging, sagte Frau Dr. Hubig: „(…) gut und richtig, dass wir es so gemacht haben.”
Wie es jetzt gemacht wird, ist aber keineswegs richtig, das zeigen alleine schon die neuen Erhebungen der AOK. Dort wird deutlich, dass ErzieherInnen die Berufsgruppe mit den meisten coronabedingten Arbeitsausfällen sind.
Mittlerweile sollte die Petition auch dem Bildungsministerium bekannt sein, trotzdem wurde sie während des Ausschusses nicht einmal erwähnt, obwohl das Thema schon eine große Medienpräsenz hat. Einzelne Abgeordnete der Opposition haben mittlerweile reagiert und den Forderungen oder zumindest einer Anhörung zugestimmt, leider reagiert niemand aus der derzeitigen Ampelregierung. Ist dies eine gewollte Verschleppungstaktik bis zum nächsten Treffen am 12.01.21? Es scheint in jedem Fall so.
Wir ErzieherInnen sind uns unserer Aufgabe und Notwendigkeit im System bewusst. Allerdings ist es auch unsere Aufgabe die Kinder zu schützen, denn auch bei Kindern gibt es schwere Krankheitsverläufe in Zusammenhang mit dem Coronavirus.
Familien, die dringend eine Notbetreuung brauchen, haben die Fachkräfte vor Ort im Blick und wurden auch in der Vergangenheit nicht alleine gelassen.
Reagieren Sie bitte endlich auf unsere Forderungen: KiTas und Familien brauchen Planungssicherheit!
