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-Interview mit einer Kita-Leitung-

Kim Oliver Rieth, Leiter der Kita-Funkelstein in Kirschweiler war Gesprächspartner und berichtet in diesem Interview, welche Auswirkungen u.a. die Rahmenbedingungen des neuen Kita-Gesetzes von RLP auf den Alltag in seiner Kita hat.


Herr Rieth, nach Ihrem Beruf als Tischler haben Sie die Ausbildung zum Erzieher absolviert und gut 11 Jahre lang im Erziehungsdienst des Sprachheilzentrums Meisenheim gearbeitet. Seit Februar 2019 leiten Sie die Kita Funkelstein in Kirschweiler.

Ja, mein Sohn hatte diese Kita besucht. Als die Leitung in Rente ging, habe ich mich beworben und seit Februar 2019 als Kita-Leiter eine Aufgabe gefunden, die mich fordert, aber auch sehr erfüllt. Ich stelle mich gern Herausforderungen und suche Wege, um diese mit dem Team zusammen zu meistern. Die Corona-Zeit war nicht einfach. Dazu kommt, dass unsere Kita erweitert werden muss und wir möglicherweise einen Anbau bekommen werden. Wir arbeiten im Team gut und konstruktiv zusammen. Als kommunale Einrichtung haben wir mit unserem Ortsbürgermeister einen sehr engagierten Träger, der fachlich sehr gut aufgestellt ist.

Sie waren also für die Umsetzung des neuen Gesetzes gut gerüstet?

Wir hatten bereits vorher ein verlängertes Vormittagsangebot von 7.15 Uhr bis 14.00 Uhr und erwarteten daher keine große Umstellung durch das neue Gesetz. Dazu kam, dass unsere neue Betriebserlaubnis einer Reduzierung der Kinderzahl von 65 auf 62 Kinder mit sich brachte und wir nun 58 Plätze für Kinder von 2-6 Jahren und 4 Plätze für Kinder von 0-2 Jahren haben. Wir arbeiten mit einem teiloffenen Konzept. Durch die neue Personalbemessung bekamen wir 1,3 Stellenanteile dazu und konnten diese glücklicherweise auch ab Oktober besetzen. In den ersten Monaten dachten mein Team und ich, wir gehören zu den Gewinnern des neuen Gesetzes.

Denken Sie heute anders darüber?

Für uns war es so am Anfang nicht absehbar, wie viel zusätzliche Arbeit in Teilbereichen auf uns zukommen würde und nun täglich bewältigt werden muss. Die neuen Möglichkeiten, die sich für die Eltern ergeben haben, wurden im ersten Halbjahr nach Inkrafttreten des Kitagesetzes noch nicht wirklich angenommen. Erst seit Beginn dieses Jahres hat sich das gewandelt und zu den zusätzlichen Aufgaben die in den letzten Jahren schon angefallen sind, kamen nun vermehrt neue hinzu.

Die Verweildauer der Kinder, vor allem bei den Kindern unter drei Jahren, hat sich in den letzten Jahren schon stetig gesteigert, seit Jahresbeginn noch einmal mehr. Vor Inkrafttreten des neuen Gesetzes wurde ca. ein Drittel der Kinder bis 12.30 Uhr abgeholt. Nun sind es nur noch ein Fünftel der Kinder. Gerade im U3 Bereich sind um 8.00 Uhr morgens bereits fast alle Kinder da. Diese Möglichkeit bestand für die Familien zwar bereits vorher, wird aber tatsächlich erst nach dem Inkrafttreten des neuen Kitagesetzes vermehrt angenommen.

Wir haben jetzt wesentlich mehr Kinder, die über Mittag in der Kita schlafen. Dafür müssen wir räumliche Kompromisse machen und einen Raum zum Schlafen belegen, der in dieser Zeit den anderen Kindern nicht mehr für Spiel und Bewegung zur Verfügung steht. Da aktuell mehr als 40 Kinder über Mittag bleiben und ca. zwei Drittel der Kinder in der Kita essen (die Anzahl hat sich seit Inkrafttreten des Gesetzes fast verdoppelt), müssen wir in drei verschiedenen Räumen zu Mittag essen. Sollte sich die Anzahl der Essenskinder in Zukunft weiter erhöhen, sieht unser Konzept es vor, im Zweischicht-System zu essen. Dies würde uns dann vor zusätzliche organisatorische und personelle Herausforderungen stellen.

Würden Sie sagen, dass es für Kinder und Erzieher*innen schwieriger geworden ist, den Kita-Alltag gut zu meistern?

Die Dienstplangestaltung ist zur ständigen Herausforderung geworden. Im ersten Halbjahr 2022 gab es nur 10 Tage, an denen das komplette Personal da war. Das Team arbeitet eigentlich ständig an der Belastungsgrenze. Dies aus ganz unterschiedlichen Gründen.

Allein die pflegerischen Aufgaben sind sehr personalintensiv. Wir haben zurzeit 25 Wickelkinder. Wenn über Tag jedes Kind nur zweimal gewickelt wird und wir pro Kind 5 Minuten Wickelzeit veranschlagen, sind das mehr als 4 Stunden am Tag, in denen eine Kraft nur mit Windelwechsel beschäftigt ist. Dabei ist dann noch keine Nase geputzt, kein Kind beim Sauberwerden auf die Toilette begleitet oder umgezogen worden, wenn mal was in die Hose geht.

Leider entwickelt es sich immer mehr dahin, dass wir die Kinder fast nur noch beaufsichtigen und aufbewahren, anstatt unserem Bildungsauftrag nachzukommen. Kinder und Erzieher*innen bleiben immer mehr auf der Strecke. Das macht unzufrieden. Keine von uns Fachkräften hat 5 Jahre eine pädagogische Ausbildung absolviert, um anschließend Kinder lediglich aufzubewahren. Wir fragen uns, was das für die kindliche Entwicklung heißt, wenn wir immer weniger Zeit haben, uns den Kindern zuzuwenden und sie in ihrer Entwicklung zu begleiten. Auch die Rückmeldungen der Schulen zeigen, dass die Kinder oft nicht mehr so gut vorbereitet sind wie das in der Vergangenheit war. Dies ist jedoch nicht nur auf das neue Kitagesetz zurück zu führen, die Rahmenbedingungen in den Kitas haben sich in den letzten Jahren allgemein sehr verändert. Viele Dinge die Kinder früher in der Familie erlernt haben, fallen oft durch die zum Teil lange Verweildauer der Kinder in der Kita auf das pädagogische Personal zurück. Dies ist jedoch im Alltag immer weniger leistbar, da immer mehr zusätzliche Aufgaben auf die pädagogischen Fachkräfte zukommen. Das neue Kita-Gesetz hilft hier nicht weiter, im Gegenteil, es verschärft die Lage zum Teil noch zusätzlich durch zusätzliche Angebote, die den Familien in der Kita ermöglicht werden. Diese sind für die Familien jedoch notwendig, da sonst die Vereinbarkeit von Familie und Beruf immer schwieriger wird.

Herr Rieth, was muss sich Ihrer Meinung nach ändern, damit Kitas ihrem Betreuungs- und Bildungsauftrag gerecht werden können?

Die Erzieher/Kind Schlüssel müssen verbessert werden. Wir brauchen Zeit, um uns den Kindern zuzuwenden. Beziehung ist für kleine Kinder fundamental wichtig. Wir brauchen außerdem kindgerechte Räumlichkeiten. Es braucht ausreichend Platz zum Essen und Schlafen, für Bewegung, vielfältige altersangemessene Lernerfahrungen, aber auch Rückzug und intensives Spiel in der Kleingruppe.

Wenn Kita-Kinder den Großteil des Tages in der Kita verbringen, bedarf es einer intensiveren Elternarbeit. Die Erziehungs- und Bildungspartnerschaft gelingt nur, wenn ein regelmäßiger persönlicher Austausch über die Entwicklungsschritte des Kindes möglich ist. Eltern wollen wissen, wie es Ihrem Kind in der Kita geht und wie es dort den Tag verbringt. Transparenz schafft für Eltern Sicherheit. Sie suchen heute wesentlich mehr Beratung und sprechen über Krisen und Probleme ihres Familienalltags. Eltern sind auf eine vertrauensvolle Beziehung zu den Erzieher*innen ihres Kindes angewiesen. Auch in Bezug auf die Erziehungs- und Bildungspartnerschaft gilt, dass in Beziehung Zeit investiert werden muss. Denn nur wenn sich Eltern in einer Kita wohlfühlen, können dies auch die Kinder tun.

Als Erzieher*in hat man nie ausgelernt. Fort- und Weiterbildungen für Kita-Teams sind wichtig für eine gute Kita-Qualität und sollten überall selbstverständlich sein und nicht an einer zu dünnen Personaldecke scheitern. Ebenso bleibt die Vorbereitungszeit aktuell meist auf der Strecke, da der Alltag dafür keine Freiräume bietet. Auch dies muss sich unbedingt ändern und bei der Personalbemessung berücksichtigt werden.

Gerade mit Blick auf die personelle Situation und den nur wenigen Tagen, an denen das komplette Personal zur Verfügung steht, stellt das Ergebnis der gerade erst stattgefundenen Tarifverhandlung eine zusätzliche Belastung dar. Im Vorfeld wurde von vielen Seiten gefordert, dass sich die Qualität in den Kitas verbessern muss. In dieser Situation ist das Ergebnis der letzten Tarifverhandlungen in einem Punkt kontraproduktiv. Ich gönne den Kolleginnen und Kollegen natürlich die Lohnerhöhung und den zusätzlichen Urlaub. In letzter Konsequenz bedeutet das für unsere Kita: Elf pädagogische Fachkräfte haben das Anrecht auf vier zusätzliche Urlaubstage. Da fehlt im Alltag über das ganze Jahr gesehen für zwei Monate immer jemand im Team… Dies bedeutet dann in einigen Fällen Überstunden, die auch wieder abgebaut werden müssen. Ein wahrer Teufelskreis der uns den Alltag nur noch zusätzlich erschwert. Für jeden Einzelnen stellt dies bei Nutzung der zusätzlichen Urlaubstage eine Entlastung dar, für das Konstrukt Kita aber eine Belastung und dadurch eine Verschlechterung! Wer immer auf diese Idee kam, hat die Auswirkungen auf den Kitaalltag nicht in aller Konsequenz bedacht, sofern nicht noch der Personalschlüssel entsprechend geändert wird.

Erschreckend und gar nicht wertschätzend den Kita-Leitungen (bei Kitas mit mehr als 40 Kindern) gegenüber ist es, dass diese von den Ergebnissen der Tarifverhandlungen ausgenommen sind. Gerade die Corona-Pandemie sowie die Umsetzung des neuen Kitagesetzes haben den Kita-Leitungen zusätzliche Aufgaben beschert und auch deren Arbeitsalltag mit zusätzlichen Herausforderungen versehen. Und dass wir als Leitungen dann noch außen vor gelassen werden ist mehr als enttäuschend. Nach Rücksprache mit einigen Leitungskolleginnen besteht hier durchaus die Gefahr, dass das Interesse an der Übernahme oder Weiterführung der Leitungsaufgabe abnehmen wird.

Kinder sind unsere Zukunft. Die ersten Lebensjahre sind grundlegend wichtig für Kinder und ihre Familien. Was wir hier heute investieren wird sich morgen auszahlen, davon bin ich überzeugt.


Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute für Sie, Ihr Team und die Kinder der Kita Funkelstein!

Das Gespräch führte Claudia Theobald vom Kita-Fachkräfteverband RLP

SK

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Der KiTa-Fachkräfteverband Rheinland-Pfalz begrüßt die Forderung des Landeselternausschusses nach Sonderbetreuungsurlaub für Eltern! Ein solches Instrument würde sicherzustellen, dass die Kinder vorwiegend zu Hause betreut werden können, bis die Infektionszahlen so zurückgehen, dass ein regulärer KiTa-Betrieb wieder zu verantworten ist (Quelle: LEA RLP).

Wir bedanken uns bei allen Eltern, die dem Appell der Regierung folgen und dadurch mithelfen, die Kontakte in den KiTas und damit die Infektionszahlen zu reduzieren. Bis zum 15.Januar befindet sich Deutschland noch im Shutdown. Mindestens so lange sind wir weiterhin auf die Solidarität der Eltern angewiesen, die Kinder möglichst zu Hause zu betreuen.

Wir KiTa-Fachkräfte hoffen auch im Sinne der Kinder und Familien auf gute und praktikable Konzepte, die einen effektiven Infektionsschutz im KiTa-Alltag ermöglichen. 

Durch klare Vorgaben, die Kinder in festen Gruppen mit festem Personal zu betreuen, effektive Luftfiltergeräte, sowie regelmäßige und anlassbezogene Tests für Personal und Kinder kann eine Betreuung unter Pandemiebedingungen sichergestellt werden. Diese Maßnahmen schränken zwar gegebenenfalls die Öffnungszeiten ein, gewährleisten aber allen Kindern einen kontinuierlichen KiTa-Besuch. Ein Sonderbetreuungsurlaub würde entstehende Engpässe ausgleichen. Den Satz des LEA-Artikels, dass das Kindeswohl über den Bedürfnissen der Erwachsenen steht, unterschreiben wir sofort.

Wenn Eltern, KiTa-Fachkräfte und alle Verantwortlichen in Politik und Verwaltung an einem Strang ziehen, werden wir die Krise meistern und hoffentlich im Laufe des nächsten Jahres zur Normalität zurückfinden.

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    Der nachfolgende Text stammt von unserem Verbandsmitglied Manuel Hein, Initiator der erfolgreichen Petition “Kein Regelbetrieb in KiTas” (hier abrufbar):

    Noch immer haben wir keine Reaktion der rheinland-pfälzischen Landesregierung. Wir ErzieherInnen sind zutiefst enttäuscht und fühlen uns alleine gelassen. Die Anzahl der Unterschriften (bundesweit sogar über 13.000) sollten verdeutlichen, dass es viele Menschen gibt, die über die derzeitige Lage besorgt sind.

    Am 18.12.2020 wurde unsere Petition „Kein Regelbetrieb in KiTas“ an den Petitionsausschuss in Rheinland-Pfalz gesendet, des Weiteren wurde Sie den Fraktionen zugesandt. Die Plattform OpenPetition hat dann noch eine persönliche Stellungnahme bei den einzelnen Abgeordneten angefragt.

    Gestern am 21.12.2020 fand eine Videokonferenz des Ausschusses für Bildung statt. Frau Anke Beilstein kritisierte das Vorgehen von Frau Dr. Hubigs Ministerium nicht nur im Bereich der Schulen, sondern auch der Kindertagesstätten mit deutlichen Worten. Leider prallte die berechtigte Kritik an Frau Dr. Hubig ab. Als es um den Regelbetrieb in den KiTas ging, sagte Frau Dr. Hubig: „(…) gut und richtig, dass wir es so gemacht haben.”

    Wie es jetzt gemacht wird, ist aber keineswegs richtig, das zeigen alleine schon die neuen Erhebungen der AOK. Dort wird deutlich, dass ErzieherInnen die Berufsgruppe mit den meisten coronabedingten Arbeitsausfällen sind.

    Mittlerweile sollte die Petition auch dem Bildungsministerium bekannt sein, trotzdem wurde sie während des Ausschusses nicht einmal erwähnt, obwohl das Thema schon eine große Medienpräsenz hat. Einzelne Abgeordnete der Opposition haben mittlerweile reagiert und den Forderungen oder zumindest einer Anhörung zugestimmt, leider reagiert niemand aus der derzeitigen Ampelregierung. Ist dies eine gewollte Verschleppungstaktik bis zum nächsten Treffen am 12.01.21? Es scheint in jedem Fall so.

    Wir ErzieherInnen sind uns unserer Aufgabe und Notwendigkeit im System bewusst. Allerdings ist es auch unsere Aufgabe die Kinder zu schützen, denn auch bei Kindern gibt es schwere Krankheitsverläufe in Zusammenhang mit dem Coronavirus.

    Familien, die dringend eine Notbetreuung brauchen, haben die Fachkräfte vor Ort im Blick und wurden auch in der Vergangenheit nicht alleine gelassen.

    Reagieren Sie bitte endlich auf unsere Forderungen: KiTas und Familien brauchen Planungssicherheit!

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