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Mitglieder berichten, warum sie sich in beiden Organisationen engagieren

Das große Anliegen der neugegründeten KiTa-Fachkräfteverbände ist die Verbesserung der Rahmenbedingungen in unseren Kindertagesstätten. Darüber wollen wir als Stimme aus der Praxis laut und öffentlich sprechen.

Unsere Forderungen decken sich mit denen der Gewerkschaften und Wohlfahrtsverbänden.

Wenn möglichst viele Stimmen das gleiche Anliegen öffentlich vertreten, wird hoffentlich das gesellschaftliche und politische Bewusstsein dafür wachsen, dass sich die Rahmenbedingungen dringend verbessern müssen, um unseren Kindern einen kindgerechten Alltag zu gewährleisten.

Drei KiTa-Fachkräfte, die sich in einer Gewerkschaft und im Kita-Fachkräfteverband RLP engagieren, geben hierzu ein Statement ab. Vielen Dank dafür!

Anna Grohmann, stellvertretende KiTa-Leitung aus Speyer, schreibt:

Die sozialen Berufe erwirtschaften nicht. Daher fehlt es an einer starken Lobby, wie sie in anderen Berufszweigen vorhanden ist. Viel zu lange haben hat sich der Sozial- und Erziehungsdienst seinem Schicksal ergeben mit schlechten Rahmenbedingungen, steigenden Anforderungen, hoher psychischer Belastung und mangelnder Wertschätzung abgefunden.

Zu oft habe ich gute, erfahrene Kräfte verzweifeln und zum Teil auch aus dem Beruf scheiden sehen.

Um dem entgegenzuwirken und zumindest mein eigenes berufliches Schicksal in die Hand zu nehmen, wurde ich bereits vor Jahren Gewerkschaftsmitglied. Nach einigen Streikaktionen wurde mir aber schnell bewusst, dass wir so nicht erreichen, was wir uns eigentlich wünschen. Sicher kann jeder den höheren Lohn gut gebrauchen, allerdings nährt er nicht die eigentlichen Bedürfnisse meines Berufstandes. Oft werden wir gar nicht als hochqualifizierte Fachkräfte wahrgenommen. Unser Engagement wird geringgeschätzt und die Anforderungen durch Eltern, Träger und Politik steigen zunehmend.

Gleichzeitig werden die Rahmenbedingungen schlechter und Umstände, unter denen wir arbeiten, immer widriger.

Meinen Kollegen und Kolleginnen mangelt es an Kraft, um sich dagegen zu wehren. Der Eindruck, dass es Niemanden interessiert, ist fest in den Köpfen manifestiert. Dabei geht es nicht nur um uns. Es geht vor allem um die Kinder. Ohne motivierte, starke und belastbare Bezugspersonen werden unsere Bildungseinrichtungen zu reinen Verwahr- und Verwaltungsanstalten. Der Mensch kommt zwangsläufig zu kurz.

Die Gewerkschaften schaffen es nicht allein, uns darin zu unterstützen. Deshalb halte ich den Fachkräfteverband für enorm wichtig. Ein fachlicher Austausch und eine landesweite Vernetzung sind wichtig und unabdingbar. Gemeinsam mit Verband und Gewerkschaften in einem Boot könnte viel mehr erreicht werden. Dafür möchte ich mein letztes Quäntchen Kraft investieren. Brechen wir zusammen, wankt das gesamte System. Das gilt es mit aller Kraft zu verhindern.


Manuel Hein arbeitet als Erzieher in Lahnstein und schreibt:

Schon immer war es mir wichtig, für die Interessen der pädagogischen Fachkräfte und bessere Rahmenbedingungen einzustehen. Als bereits aktives Mitglied in der komba gewerkschaft war es für mich eine Selbstverständlichkeit, auch in den Fachkräfteverband einzutreten.

Ich sehe den Verband als wichtiges Instrument, um gemeinsam mit den Fachkräften der kirchlichen, kommunalen und privaten Träger in den Austausch zu gehen, sich gegenseitig zu unterstützen und zu motivieren. Ergänzendes Tätigwerden von Fachverbänden und Gewerkschaft ist sehr hilfreich.

Es ist Hauptaufgabe der Gewerkschaften, die Interessen der Mitglieder zu vertreten und diese auch durchzusetzen. Durch die aktive Gestaltung des Arbeits- und Tarifrechts sowie der Berufspolitik erreichen Gewerkschaften auch die wichtigen Ziele im Sozial- und Erziehungsdienst.

Dabei treten auch wir von der komba mit den Entscheidungsträgern in der Politik in den Dialog und versuchen, gemeinsam die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Gelingt dies nicht, besteht die Möglichkeit, zum Streik aufzurufen, daher sind Gewerkschaften für einen effektiven Arbeitskampf unerlässlich. Insbesondere durch den Abschluss von Tarifverträgen haben diese im SuE – Bereich in den letzten Jahren schon viel erreicht.

Sicher handeln kann man nur, wenn man sich auch seiner Rechte bewusst ist, daher bietet die komba auch Rechtsberatung im Individualrechtsschutz, die Gewerkschaften haben also andere Leistungen als der Verband und sind daher keine Konkurrenz, sondern eine sinnvolle Ergänzung.

Verband sowie Gewerkschaft sind wichtig, um auf Missstände aufmerksam zu machen, Strukturen und Bedingungen zu verbessern, aber auch um Erfolge zu teilen und die Zufriedenheit der Fachkräfte zu erhöhen!

Ich hoffe auf eine gute Zusammenarbeit zwischen dem Verband und der Gewerkschaft, durch die sich die Arbeitsbedingungen sowie die Bedingungen für die Kinder und Jugendlichen verbessern.


Ansgar Hasselberg leitet eine Kita und kommt aus Koblenz. Er schreibt:

Warum Ver.di-Mitglied und Kitafachkräfteverband RLP gut harmonieren

Ver.di-Mitglied zu sein bedeutet für mich von einer starken Gewerkschaft in vielfältiger Form unterstützt und betreut zu werden. Die Vielfalt von Fortbildungsangeboten von Schulungen zum Arbeitsrecht oder im Arbeits- und Gesundheitsschutz sind für mich wichtige inhaltliche Themen. Die Verwirklichung des Grundsatzes, ein Betrieb gleich eine Gewerkschaft, muss aus meiner Sicht mehr denn je gelebt werden. Ver.di bietet unterschiedliche Fachgruppen an. So kann ich mich in der „Fachgruppe 7 Gemeinde“ für die Interessen der pädagogischen Fachkräfte einsetzen. Unsere Tarifabschlüsse werden durch Ver.di geprägt.

Daher sollte jeder, der gerne Mitreden und Mitgestalten möchte, dazu kommen.

Je mehr Kräfte gebündelt werden, desto stärker sind wir bei den Tarifverhandlungen.

Bedauerlich aus meiner persönlichen Sicht ist das eine aktive Mitwirkung in der Gewerkschaft vielen kirchlichen Mitarbeitern untersagt ist. Somit sind bei den Streiks immer wieder nur die kommunalen Fachkräfte anzutreffen.

Der Kitafachkräfteverband RLP bietet daher anders als bei der Gewerkschaft die Möglichkeit, alle pädagogischen Fachkräfte zu erreichen. Somit können wir hier die Meinungen und Erfahrungen aus dem Alltag bündeln. Ich bin gerne Mitglied, weil aus meiner Sicht beides gut harmoniert. Ein kollegialer Erfahrungsaustausch über die Grenzen hinaus wird auch die Forderungen der Gewerkschaft bei anstehenden Tarifverhandlungen prägen.

Seit Jahrzehnten sind die Forderungen nach verbesserten Rahmenbedingungen bekannt, geändert hat sich hier kaum etwas. Ganz im Gegenteil: Neue Aufgaben kamen hinzu, die Belastungen wuchsen, ebenso die Krankheitszeiten und der Mangel an Nachwuchskräften wuchs an.

Mit dem Kitafachkräfteverband RLP haben wir eine Stimme erhalten, deshalb Mitmachen und Mitglied werden!

SK

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Der KiTa-Fachkräfteverband Rheinland-Pfalz begrüßt die Forderung des Landeselternausschusses nach Sonderbetreuungsurlaub für Eltern! Ein solches Instrument würde sicherzustellen, dass die Kinder vorwiegend zu Hause betreut werden können, bis die Infektionszahlen so zurückgehen, dass ein regulärer KiTa-Betrieb wieder zu verantworten ist (Quelle: LEA RLP).

Wir bedanken uns bei allen Eltern, die dem Appell der Regierung folgen und dadurch mithelfen, die Kontakte in den KiTas und damit die Infektionszahlen zu reduzieren. Bis zum 15.Januar befindet sich Deutschland noch im Shutdown. Mindestens so lange sind wir weiterhin auf die Solidarität der Eltern angewiesen, die Kinder möglichst zu Hause zu betreuen.

Wir KiTa-Fachkräfte hoffen auch im Sinne der Kinder und Familien auf gute und praktikable Konzepte, die einen effektiven Infektionsschutz im KiTa-Alltag ermöglichen. 

Durch klare Vorgaben, die Kinder in festen Gruppen mit festem Personal zu betreuen, effektive Luftfiltergeräte, sowie regelmäßige und anlassbezogene Tests für Personal und Kinder kann eine Betreuung unter Pandemiebedingungen sichergestellt werden. Diese Maßnahmen schränken zwar gegebenenfalls die Öffnungszeiten ein, gewährleisten aber allen Kindern einen kontinuierlichen KiTa-Besuch. Ein Sonderbetreuungsurlaub würde entstehende Engpässe ausgleichen. Den Satz des LEA-Artikels, dass das Kindeswohl über den Bedürfnissen der Erwachsenen steht, unterschreiben wir sofort.

Wenn Eltern, KiTa-Fachkräfte und alle Verantwortlichen in Politik und Verwaltung an einem Strang ziehen, werden wir die Krise meistern und hoffentlich im Laufe des nächsten Jahres zur Normalität zurückfinden.

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    Der nachfolgende Text stammt von unserem Verbandsmitglied Manuel Hein, Initiator der erfolgreichen Petition “Kein Regelbetrieb in KiTas” (hier abrufbar):

    Noch immer haben wir keine Reaktion der rheinland-pfälzischen Landesregierung. Wir ErzieherInnen sind zutiefst enttäuscht und fühlen uns alleine gelassen. Die Anzahl der Unterschriften (bundesweit sogar über 13.000) sollten verdeutlichen, dass es viele Menschen gibt, die über die derzeitige Lage besorgt sind.

    Am 18.12.2020 wurde unsere Petition „Kein Regelbetrieb in KiTas“ an den Petitionsausschuss in Rheinland-Pfalz gesendet, des Weiteren wurde Sie den Fraktionen zugesandt. Die Plattform OpenPetition hat dann noch eine persönliche Stellungnahme bei den einzelnen Abgeordneten angefragt.

    Gestern am 21.12.2020 fand eine Videokonferenz des Ausschusses für Bildung statt. Frau Anke Beilstein kritisierte das Vorgehen von Frau Dr. Hubigs Ministerium nicht nur im Bereich der Schulen, sondern auch der Kindertagesstätten mit deutlichen Worten. Leider prallte die berechtigte Kritik an Frau Dr. Hubig ab. Als es um den Regelbetrieb in den KiTas ging, sagte Frau Dr. Hubig: „(…) gut und richtig, dass wir es so gemacht haben.”

    Wie es jetzt gemacht wird, ist aber keineswegs richtig, das zeigen alleine schon die neuen Erhebungen der AOK. Dort wird deutlich, dass ErzieherInnen die Berufsgruppe mit den meisten coronabedingten Arbeitsausfällen sind.

    Mittlerweile sollte die Petition auch dem Bildungsministerium bekannt sein, trotzdem wurde sie während des Ausschusses nicht einmal erwähnt, obwohl das Thema schon eine große Medienpräsenz hat. Einzelne Abgeordnete der Opposition haben mittlerweile reagiert und den Forderungen oder zumindest einer Anhörung zugestimmt, leider reagiert niemand aus der derzeitigen Ampelregierung. Ist dies eine gewollte Verschleppungstaktik bis zum nächsten Treffen am 12.01.21? Es scheint in jedem Fall so.

    Wir ErzieherInnen sind uns unserer Aufgabe und Notwendigkeit im System bewusst. Allerdings ist es auch unsere Aufgabe die Kinder zu schützen, denn auch bei Kindern gibt es schwere Krankheitsverläufe in Zusammenhang mit dem Coronavirus.

    Familien, die dringend eine Notbetreuung brauchen, haben die Fachkräfte vor Ort im Blick und wurden auch in der Vergangenheit nicht alleine gelassen.

    Reagieren Sie bitte endlich auf unsere Forderungen: KiTas und Familien brauchen Planungssicherheit!

    Der nachfolgende Text stammt von unserem Verbandsmitglied Manuel Hein, Initiator der erfolgreichen Petition “Kein Regelbetrieb in KiTas” (hier abrufbar):

    Noch immer haben wir keine Reaktion der rheinland-pfälzischen Landesregierung. Wir ErzieherInnen sind zutiefst enttäuscht und fühlen uns alleine gelassen. Die Anzahl der Unterschriften (bundesweit sogar über 13.000) sollten verdeutlichen, dass es viele Menschen gibt, die über die derzeitige Lage besorgt sind.

    Am 18.12.2020 wurde unsere Petition „Kein Regelbetrieb in KiTas“ an den Petitionsausschuss in Rheinland-Pfalz gesendet, des Weiteren wurde Sie den Fraktionen zugesandt. Die Plattform OpenPetition hat dann noch eine persönliche Stellungnahme bei den einzelnen Abgeordneten angefragt.

    Gestern am 21.12.2020 fand eine Videokonferenz des Ausschusses für Bildung statt. Frau Anke Beilstein kritisierte das Vorgehen von Frau Dr. Hubigs Ministerium nicht nur im Bereich der Schulen, sondern auch der Kindertagesstätten mit deutlichen Worten. Leider prallte die berechtigte Kritik an Frau Dr. Hubig ab. Als es um den Regelbetrieb in den KiTas ging, sagte Frau Dr. Hubig: „(…) gut und richtig, dass wir es so gemacht haben.”

    Wie es jetzt gemacht wird, ist aber keineswegs richtig, das zeigen alleine schon die neuen Erhebungen der AOK. Dort wird deutlich, dass ErzieherInnen die Berufsgruppe mit den meisten coronabedingten Arbeitsausfällen sind.

    Mittlerweile sollte die Petition auch dem Bildungsministerium bekannt sein, trotzdem wurde sie während des Ausschusses nicht einmal erwähnt, obwohl das Thema schon eine große Medienpräsenz hat. Einzelne Abgeordnete der Opposition haben mittlerweile reagiert und den Forderungen oder zumindest einer Anhörung zugestimmt, leider reagiert niemand aus der derzeitigen Ampelregierung. Ist dies eine gewollte Verschleppungstaktik bis zum nächsten Treffen am 12.01.21? Es scheint in jedem Fall so.

    Wir ErzieherInnen sind uns unserer Aufgabe und Notwendigkeit im System bewusst. Allerdings ist es auch unsere Aufgabe die Kinder zu schützen, denn auch bei Kindern gibt es schwere Krankheitsverläufe in Zusammenhang mit dem Coronavirus.

    Familien, die dringend eine Notbetreuung brauchen, haben die Fachkräfte vor Ort im Blick und wurden auch in der Vergangenheit nicht alleine gelassen.

    Reagieren Sie bitte endlich auf unsere Forderungen: KiTas und Familien brauchen Planungssicherheit!

    Der nachfolgende Text stammt von unserem Verbandsmitglied Manuel Hein, Initiator der erfolgreichen Petition “Kein Regelbetrieb in KiTas” (hier abrufbar):

    Noch immer haben wir keine Reaktion der rheinland-pfälzischen Landesregierung. Wir ErzieherInnen sind zutiefst enttäuscht und fühlen uns alleine gelassen. Die Anzahl der Unterschriften (bundesweit sogar über 13.000) sollten verdeutlichen, dass es viele Menschen gibt, die über die derzeitige Lage besorgt sind.

    Am 18.12.2020 wurde unsere Petition „Kein Regelbetrieb in KiTas“ an den Petitionsausschuss in Rheinland-Pfalz gesendet, des Weiteren wurde Sie den Fraktionen zugesandt. Die Plattform OpenPetition hat dann noch eine persönliche Stellungnahme bei den einzelnen Abgeordneten angefragt.

    Gestern am 21.12.2020 fand eine Videokonferenz des Ausschusses für Bildung statt. Frau Anke Beilstein kritisierte das Vorgehen von Frau Dr. Hubigs Ministerium nicht nur im Bereich der Schulen, sondern auch der Kindertagesstätten mit deutlichen Worten. Leider prallte die berechtigte Kritik an Frau Dr. Hubig ab. Als es um den Regelbetrieb in den KiTas ging, sagte Frau Dr. Hubig: „(…) gut und richtig, dass wir es so gemacht haben.”

    Wie es jetzt gemacht wird, ist aber keineswegs richtig, das zeigen alleine schon die neuen Erhebungen der AOK. Dort wird deutlich, dass ErzieherInnen die Berufsgruppe mit den meisten coronabedingten Arbeitsausfällen sind.

    Mittlerweile sollte die Petition auch dem Bildungsministerium bekannt sein, trotzdem wurde sie während des Ausschusses nicht einmal erwähnt, obwohl das Thema schon eine große Medienpräsenz hat. Einzelne Abgeordnete der Opposition haben mittlerweile reagiert und den Forderungen oder zumindest einer Anhörung zugestimmt, leider reagiert niemand aus der derzeitigen Ampelregierung. Ist dies eine gewollte Verschleppungstaktik bis zum nächsten Treffen am 12.01.21? Es scheint in jedem Fall so.

    Wir ErzieherInnen sind uns unserer Aufgabe und Notwendigkeit im System bewusst. Allerdings ist es auch unsere Aufgabe die Kinder zu schützen, denn auch bei Kindern gibt es schwere Krankheitsverläufe in Zusammenhang mit dem Coronavirus.

    Familien, die dringend eine Notbetreuung brauchen, haben die Fachkräfte vor Ort im Blick und wurden auch in der Vergangenheit nicht alleine gelassen.

    Reagieren Sie bitte endlich auf unsere Forderungen: KiTas und Familien brauchen Planungssicherheit!