Liebe Unterstützer,
Liebe Fachkräfte aus RLP,
Liebe Stimme aus der Praxis,
wir berichten regelmäßig hier und auf Facebook über unsere Arbeit. Hierzu schrieben wir bereits einen Bericht über unser Gespräch mit der CDU am 16. Oktober 2020. Auch ein Gespräch mit der FDP ist bereits in Planung. Zu unseren Aufgaben gehört aufgrund unserer Satzung auch ein Gespräch mit der AfD, welches am Mittwoch, den 28.10. mit Herrn Frisch (Mitglied im Bildungs- und Familienausschuss) und Herrn Sieling stattfand. Unser Bericht hat zu Diskussionen und auch kritischen Äußerungen geführt. Auch innerhalb unseres Verbandes haben wir lange und ausführlich diskutiert. Wir nehmen eure Bedenken ernst, da wir EUCH eine Stimme geben wollen. An dieser Stelle folgt nun eine Stellungnahme unseres Verbandes:
Als Verband, der ALLE rheinland-pfälzischen Fachkräfte vertritt, sehen wir uns in der Pflicht, alle politischen Parteien von unseren Forderungen in Kenntnis zu setzen. Dies geschieht unabhängig von unserer persönlichen Meinung zu einzelnen Parteien, da wir parteiübergreifend agieren. Hauptzweck unseres Verbandes ist es, über die wissenschaftlich begründeten Mindestanforderungen der Rahmenbedingungen in unseren Kindertagesstätten zu informieren und zu diskutieren. Diese Forderungen müssen, damit sie in die politische Diskussion kommen können, an die einzelnen Parteien herangetragen werden.
Heute haben wir euch darüber informiert, dass wir mit allen Parteien, die im Landtag sitzen, ins Gespräch gehen, um unsere Forderungen darzustellen. Das fällt uns als Verband auch nicht immer leicht, da es auch Parteien im Landtag gibt, deren politische aber auch menschenrechtliche Ansichten wir als Verband auf keinen Fall teilen. Es gab heute eine rege Diskussion darüber, warum wir ein Gespräch mit der AFD hatten. Wir als Vorstand haben keine Zusammenarbeit oder Kooperation mit dieser Partei vor, sondern hatten ein Gespräch mit einer im Landtag sitzenden Partei. Der dazugehörige Post sollte euch über diese Tatsache informieren. Der Grund hierfür war die Transparenz unserer Arbeit. Eine Zusammenarbeit wird es von Verbandsseite aus mit keiner Partei geben, da wir als unabhängiges Gremium funktionieren möchten und unsere Neutralität wahren möchten. Wir versuchen politisch neutral zu sein, weil wir glauben dass es wichtig ist, uns nicht von einzelnen Parteien einspannen und benutzen zu lassen. Uns geht es um die Stimme aus der Praxis, die nicht politisch eingesetzt werden darf. Wir möchten eine Aufwertung unseres Berufes erreichen und das Wohl der uns anvertrauten Kinder wahren. Wir wollen nicht gekauft oder korrumpiert werden, sondern weiterhin aufzeigen wie die Situation in der Praxis wirklich ist und uns deshalb nicht einer Partei und ihren Ansichten unterordnen müssen. Natürlich distanzieren wir uns als Verband ausdrücklich von parteipolitischen Inhalten, die rechtes Gedankengut enthalten, dies ist für uns auch aufgrund unserer beruflichen Verpflichtung selbstverständlich.
Nochmal und in aller Deutlichkeit: Es wird keine Zusammenarbeit mit jeglichen Parteien geben, insbesondere nicht mit denen, die rechtes Gedankengut verbreiten!
Wir hoffen, eure Bedenken zerstreut zu haben. Wenn ihr weitere Bedenken oder Anregungen habt, sprecht uns gerne an. Nur mit eurer Unterstützung können wir überhaupt arbeiten. Beachtet aber bitte dabei, dass die Verbandsarbeit für uns auch Neuland ist und dass wir unsere Arbeit mit Herzblut machen, aber eben auch neben unseren Jobs in den Kitas in unserer Freizeit. Deshalb kann es ein wenig dauern, bis ihr eine Rückmeldung erhaltet. Ihr bekommt sie aber auf jeden Fall, da jede Stimme wichtig ist, um laut gegen die derzeit herrschenden Rahmenbedingungen vorzugehen!
Euer Kitafachkräfteverband Rheinland-Pfalz
Wir beziehen uns mit unserer Stellungnahme auf folgende Meldung, die am 1. November 2020 auf Facebook gestellt wurde:
Nach unserem ersten Videogespräch mit der CDU, sprachen wir nun am Mittwoch, den 28.10. mit Herrn Frisch (Mitglied im Bildungs- und Familienausschuss) und Herrn Sieling von der AfD. Sie nahmen sich für uns als Verband Zeit, um über die aktuellen Rahmenbedingungen in den rheinland-pfälzischen Kitas und die Probleme im KiTa-Alltag zu sprechen.
Der AfD liegen besonders die U3 Kinder am Herzen. Nur 18,5% aller KiTa-Kinder unter drei Jahren besuchen reine Krippengruppen, die einen guten Personalschlüssel aufweisen.81% aller Kinder dieser Altersgruppe verbringen ihren KiTa-Alltag in altersgemischten Gruppen, die wesentlich schlechter personalisiert sind. In Rheinland-Pfalz liegen die Personalschlüssel für diese Gruppen ca. 40% unter den Mindestanforderungen der Wissenschaft, und sie sind mit bis zu 25 Plätzen oft viel zu groß. Die AfD hält das auch aus familienpolitischer Sicht für sehr bedenklich, da Eltern ihre Kinder in die Einrichtungen geben und darauf vertrauen, dass dort kindgerechte Bedingungen herrschen. Die Faktion will sich dafür einsetzen, dass Kitas personell so ausgestattet werden, wie es den Empfehlungen aus Wissenschaft und Fachpraxis entspricht (siehe Ländermonitor der frühkindlichen Bildungssysteme 2020). Außerdem möchte sie Eltern unterstützen, die ihre Kinder länger zu Hause betreuen wollen. Auch die AfD zeigte sich gegenüber dem Vorschlag offen, die Erzieherausbildung komplett ins duale System zu überführen. Der Beruf würde durch die Ausbildungsvergütung an Attraktivität gewinnen, Theorie und Praxis wären eng verzahnt und die Azubis könnten als zusätzliche Kräfte die angespannte personelle Situation in den Kitas entlasten.
Nun sehen wir mit Spannung dem Videogespräch am 20.11. mit der FDP und am 27.11. mit den Grünen entgegen. Wir sind gespannt, welche Schwerpunkte sie im Bereich der frühkindlichen Bildung setzen wollen und welche Ideen diese Parteien zur Verbesserung der pädagogischen Qualität in unseren Einrichtungen haben. Wir würden natürlich auch sehr gerne mit Bildungspolitikern der SPD Fraktion sprechen und hoffen noch immer auf ein Gesprächsangebot.
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Der nachfolgende Text stammt von unserem Verbandsmitglied Manuel Hein, Initiator der erfolgreichen Petition “Kein Regelbetrieb in KiTas” (hier abrufbar):
Noch immer haben wir keine Reaktion der rheinland-pfälzischen Landesregierung. Wir ErzieherInnen sind zutiefst enttäuscht und fühlen uns alleine gelassen. Die Anzahl der Unterschriften (bundesweit sogar über 13.000) sollten verdeutlichen, dass es viele Menschen gibt, die über die derzeitige Lage besorgt sind.
Am 18.12.2020 wurde unsere Petition „Kein Regelbetrieb in KiTas“ an den Petitionsausschuss in Rheinland-Pfalz gesendet, des Weiteren wurde Sie den Fraktionen zugesandt. Die Plattform OpenPetition hat dann noch eine persönliche Stellungnahme bei den einzelnen Abgeordneten angefragt.
Gestern am 21.12.2020 fand eine Videokonferenz des Ausschusses für Bildung statt. Frau Anke Beilstein kritisierte das Vorgehen von Frau Dr. Hubigs Ministerium nicht nur im Bereich der Schulen, sondern auch der Kindertagesstätten mit deutlichen Worten. Leider prallte die berechtigte Kritik an Frau Dr. Hubig ab. Als es um den Regelbetrieb in den KiTas ging, sagte Frau Dr. Hubig: „(…) gut und richtig, dass wir es so gemacht haben.”
Wie es jetzt gemacht wird, ist aber keineswegs richtig, das zeigen alleine schon die neuen Erhebungen der AOK. Dort wird deutlich, dass ErzieherInnen die Berufsgruppe mit den meisten coronabedingten Arbeitsausfällen sind.
Mittlerweile sollte die Petition auch dem Bildungsministerium bekannt sein, trotzdem wurde sie während des Ausschusses nicht einmal erwähnt, obwohl das Thema schon eine große Medienpräsenz hat. Einzelne Abgeordnete der Opposition haben mittlerweile reagiert und den Forderungen oder zumindest einer Anhörung zugestimmt, leider reagiert niemand aus der derzeitigen Ampelregierung. Ist dies eine gewollte Verschleppungstaktik bis zum nächsten Treffen am 12.01.21? Es scheint in jedem Fall so.
Wir ErzieherInnen sind uns unserer Aufgabe und Notwendigkeit im System bewusst. Allerdings ist es auch unsere Aufgabe die Kinder zu schützen, denn auch bei Kindern gibt es schwere Krankheitsverläufe in Zusammenhang mit dem Coronavirus.
Familien, die dringend eine Notbetreuung brauchen, haben die Fachkräfte vor Ort im Blick und wurden auch in der Vergangenheit nicht alleine gelassen.
Reagieren Sie bitte endlich auf unsere Forderungen: KiTas und Familien brauchen Planungssicherheit!
Der nachfolgende Text stammt von unserem Verbandsmitglied Manuel Hein, Initiator der erfolgreichen Petition “Kein Regelbetrieb in KiTas” (hier abrufbar):
Noch immer haben wir keine Reaktion der rheinland-pfälzischen Landesregierung. Wir ErzieherInnen sind zutiefst enttäuscht und fühlen uns alleine gelassen. Die Anzahl der Unterschriften (bundesweit sogar über 13.000) sollten verdeutlichen, dass es viele Menschen gibt, die über die derzeitige Lage besorgt sind.
Am 18.12.2020 wurde unsere Petition „Kein Regelbetrieb in KiTas“ an den Petitionsausschuss in Rheinland-Pfalz gesendet, des Weiteren wurde Sie den Fraktionen zugesandt. Die Plattform OpenPetition hat dann noch eine persönliche Stellungnahme bei den einzelnen Abgeordneten angefragt.
Gestern am 21.12.2020 fand eine Videokonferenz des Ausschusses für Bildung statt. Frau Anke Beilstein kritisierte das Vorgehen von Frau Dr. Hubigs Ministerium nicht nur im Bereich der Schulen, sondern auch der Kindertagesstätten mit deutlichen Worten. Leider prallte die berechtigte Kritik an Frau Dr. Hubig ab. Als es um den Regelbetrieb in den KiTas ging, sagte Frau Dr. Hubig: „(…) gut und richtig, dass wir es so gemacht haben.”
Wie es jetzt gemacht wird, ist aber keineswegs richtig, das zeigen alleine schon die neuen Erhebungen der AOK. Dort wird deutlich, dass ErzieherInnen die Berufsgruppe mit den meisten coronabedingten Arbeitsausfällen sind.
Mittlerweile sollte die Petition auch dem Bildungsministerium bekannt sein, trotzdem wurde sie während des Ausschusses nicht einmal erwähnt, obwohl das Thema schon eine große Medienpräsenz hat. Einzelne Abgeordnete der Opposition haben mittlerweile reagiert und den Forderungen oder zumindest einer Anhörung zugestimmt, leider reagiert niemand aus der derzeitigen Ampelregierung. Ist dies eine gewollte Verschleppungstaktik bis zum nächsten Treffen am 12.01.21? Es scheint in jedem Fall so.
Wir ErzieherInnen sind uns unserer Aufgabe und Notwendigkeit im System bewusst. Allerdings ist es auch unsere Aufgabe die Kinder zu schützen, denn auch bei Kindern gibt es schwere Krankheitsverläufe in Zusammenhang mit dem Coronavirus.
Familien, die dringend eine Notbetreuung brauchen, haben die Fachkräfte vor Ort im Blick und wurden auch in der Vergangenheit nicht alleine gelassen.
Reagieren Sie bitte endlich auf unsere Forderungen: KiTas und Familien brauchen Planungssicherheit!
Der nachfolgende Text stammt von unserem Verbandsmitglied Manuel Hein, Initiator der erfolgreichen Petition “Kein Regelbetrieb in KiTas” (hier abrufbar):
Noch immer haben wir keine Reaktion der rheinland-pfälzischen Landesregierung. Wir ErzieherInnen sind zutiefst enttäuscht und fühlen uns alleine gelassen. Die Anzahl der Unterschriften (bundesweit sogar über 13.000) sollten verdeutlichen, dass es viele Menschen gibt, die über die derzeitige Lage besorgt sind.
Am 18.12.2020 wurde unsere Petition „Kein Regelbetrieb in KiTas“ an den Petitionsausschuss in Rheinland-Pfalz gesendet, des Weiteren wurde Sie den Fraktionen zugesandt. Die Plattform OpenPetition hat dann noch eine persönliche Stellungnahme bei den einzelnen Abgeordneten angefragt.
Gestern am 21.12.2020 fand eine Videokonferenz des Ausschusses für Bildung statt. Frau Anke Beilstein kritisierte das Vorgehen von Frau Dr. Hubigs Ministerium nicht nur im Bereich der Schulen, sondern auch der Kindertagesstätten mit deutlichen Worten. Leider prallte die berechtigte Kritik an Frau Dr. Hubig ab. Als es um den Regelbetrieb in den KiTas ging, sagte Frau Dr. Hubig: „(…) gut und richtig, dass wir es so gemacht haben.”
Wie es jetzt gemacht wird, ist aber keineswegs richtig, das zeigen alleine schon die neuen Erhebungen der AOK. Dort wird deutlich, dass ErzieherInnen die Berufsgruppe mit den meisten coronabedingten Arbeitsausfällen sind.
Mittlerweile sollte die Petition auch dem Bildungsministerium bekannt sein, trotzdem wurde sie während des Ausschusses nicht einmal erwähnt, obwohl das Thema schon eine große Medienpräsenz hat. Einzelne Abgeordnete der Opposition haben mittlerweile reagiert und den Forderungen oder zumindest einer Anhörung zugestimmt, leider reagiert niemand aus der derzeitigen Ampelregierung. Ist dies eine gewollte Verschleppungstaktik bis zum nächsten Treffen am 12.01.21? Es scheint in jedem Fall so.
Wir ErzieherInnen sind uns unserer Aufgabe und Notwendigkeit im System bewusst. Allerdings ist es auch unsere Aufgabe die Kinder zu schützen, denn auch bei Kindern gibt es schwere Krankheitsverläufe in Zusammenhang mit dem Coronavirus.
Familien, die dringend eine Notbetreuung brauchen, haben die Fachkräfte vor Ort im Blick und wurden auch in der Vergangenheit nicht alleine gelassen.
Reagieren Sie bitte endlich auf unsere Forderungen: KiTas und Familien brauchen Planungssicherheit!
