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Sehr geehrte Frau Ministerin Hubig,

das neue Kita-Gesetz von RLP ist nun seit einem Jahr in Kraft. Dazu haben Sie zahlreiche Interviews und Statements gegeben sowie Bilanz gezogen. Demokratie lebt von Diskussion und Diskurs. Deshalb schreiben wir Ihnen einen offenen Brief, den wir auf unseren Onlineseiten veröffentlichen. Wir möchten Ihren aktuellen Statements die Perspektive derer gegenüberstellen, die Tag für Tag in den rheinland-pfälzischen Kitas arbeiten.

Im Interview mit RON TV sagten Sie, es sei nicht wahr, dass sich in unseren Kitas eine Fachkraft um 10 Kinder kümmern muss. https://youtu.be/LrpgzxjmGw4  

Wenn Sie auf einer abstrakten Ebene die nackten Zahlen betrachten, haben sie recht. Zu der Grundpersonalisierung von einer Kraft für 10 Kinder (Altersgruppe 2-6 Jahre) kommen Zeiten für Leitungstätigkeiten, Stunden für die Kita-Sozialarbeit und eine Stunde Praxisanleitung pro Auszubildenden. Damit ist der rein rechnerische Personalschlüssel besser als 1:10.

Im Kita-Alltag stellt sich das anders dar. Leitungszeiten, Kita-Sozialarbeit und Praxisanleitung sind wichtig, liegen aber außerhalb der direkten Betreuungszeiten am Kind. Der Personalschlüssel für die unmittelbare Arbeit am Kind, für pädagogische Angebote, Beaufsichtigung, pflegerische Aufgaben, Beziehungsarbeit, individuelle Förderung und Entwicklungsbegleitung liegt bei einer Fachkraft für 10 Kinder. Es sind nicht immer alle Kinder da, genau das Gleiche gilt aber für das Personal. Der Personalschlüssel beinhaltet außerdem (anders als bei Lehrkräften) weder Zeiten für Team- und Elterngespräche noch für die Vor- und Nachbereitung der pädagogischen Arbeit. Fachkräfte und Kinder müssen daher im Kita-Alltag nicht selten mit einer noch schlechteren Fachkraft-Kind Relation als 1:10 zurechtkommen.

Dem SWR gegenüber https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/ein-jahr-kita-gesetz-in-rlp-100.html  beschrieben Sie das Kita-Gesetz als Transformationsprozess, der erst 2028 abgeschlossen sein muss.

Der Rechtsanspruch auf durchgehende Betreuung aller Kinder besteht seit dem 1.7.2021 und ist von Eltern einklagbar. Das Einzige, was bis 2028 Zeit hat, ist der Anspruch jeden Kindes auf ein warmes Mittagessen. Die Kitas stehen somit unter einem enormen Druck, den Rechtsanspruch zeitnah umzusetzen. Nicht selten fordern Träger und Verantwortliche der Kommunen, dass die durchgehende Betreuung auch ohne angemessene Räumlichkeiten möglichst schnell umgesetzt wird. Die Bedürfnisse der Kinder werden dem nun geltenden Rechtsanspruch untergeordnet.

Im SWR Interview und anderen Stellungnahmen wiesen Sie auf die zusätzlich geschaffenen 1600 Stellen hin. Diese Stellen sind nicht einer dringend benötigten besseren pädagogischen Qualität geschuldet, sondern der personalintensiven Betreuung aller Kinder über Mittag. Es gibt rein rechnerisch 1600 Stellen für 2700 Kitas. Es wird schnell klar, dass die zusätzliche Arbeit in vielen Einrichtungen größer als der Stellenzuwachs ist. Außerdem gibt es Kitas, die mit gleichem oder weniger Personal die neuen Anforderungen umsetzen müssen.

Der Fachkräftemangel macht es zudem unmöglich, die auf dem Papier vorhandenen Stellen zu besetzen. Laut gerade erschienenen Fachkräfteradar 2022 für Kita und Grundschule, wird bis 2030 ein zusätzlicher Fachkräftebedarf allein für den schulischen Ganztag von 5000 Erzieher*innen und Sozialpädagogen/ Sozialpädagoginnen prognostiziert. Dies wird den Fachkräftemangel in Kitas noch weiter verstärken, denn in beiden Arbeitsfeldern werden Erzieher*innen gebraucht.

Sie weisen in einem Fernsehbeitrag des SWR https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/hubig-bilanziert-ein-jahr-kita-zukunftsgesetz-100.html  darauf hin, dass es nicht nur im Bereich der Kinderbetreuung, sondern in vielen Berufsfeldern einen Fachkräftemangel gibt.

Das stimmt, es ist jedoch nicht anzunehmen, dass Wirtschafts- oder Handwerksbetriebe die Produktion erweitern, das Sortiment vergrößern und neue Hallen oder Verkaufsräume bauen, obwohl sie vakante Stellen haben und keine Fachkräfte finden. Genau das geschieht aber seit Jahren mit unseren Kitas. 2018/2019 vor Verabschiedung des neuen Gesetzes wurden Sie in Diskussionsveranstaltungen mit Kita-Fachkräften immer wieder darauf hingewiesen, dass eine Ausweitung der Betreuungszeiten den schon bestehenden Fachkräftemangel verschlimmern wird.

Die nächsten Jahre werden schwierig werden. Die Probleme sind kurzfristig nicht mehr zu bewältigen, wohl aber abzumildern und langfristig zu beheben. Mit dem Angebot einer vergüteten Erzieherausbildung für alle Bewerber*innen gehen Sie einen Schritt in die richtige Richtung. Die Handlungspläne für Personalausfälle und die im Gesetz festgeschriebene Verpflichtung der Träger, alle Fehlzeiten vertreten zu lassen, sind ein weiteres Instrument, Erzieher*innen und Kinder vor prekären Betreuungssituationen zu schützen.

Der Kita-Fachkräfteverband begrüßt sehr, dass wir seit diesem Jahr dem Fachausschuss 2 des Landesjugendhilfeausschusses angehören und dort als die Experten für den Kita-Alltag die Perspektive der täglichen Praxis mit einbringen können. Wir wissen, dass wir unbequem sind und den Finger in die Wunde legen und finden es sehr wichtig, die vorhandenen Probleme nicht zu relativieren und zu verharmlosen.

Der berechtigte Frust der Eltern landet meist erst einmal in der Kita vor Ort. Erzieher*innen und Leitungen lernen gerade, Eltern an die Beschwerdestellen zu verweisen, die für den jeweiligen Missstand verantwortlich sind.

Hier wünschen wir uns zur Unterstützung klare Worte des Bildungsministeriums an die Eltern. Sprechen Sie mit Eltern darüber, dass der Personalmangel mancherorts zur Streichung pädagogischer Angebote und mangelnder Gewährleistung der Betreuungszeiten führt, weil ansonsten prekäre Betreuungssituationen entstehen.

Nun komme ich nochmals zu den Rahmenbedingungen des neuen Gesetzes zurück.  Das neue Kita-Gesetz kann grundsätzlich so bleiben, wie es ist. Lediglich Leitungsdeputate, Personalschlüssel und Räumlichkeiten müssen angepasst werden, damit ein kindgerechtes Arbeiten möglich wird.

Auch nach dem neuen Gesetz voll personalisierte Kitas melden dem Kita-Fachkräfteverband zurück, dass Personalschlüssel und Leitungsdeputate unzureichend sind.

Unser Verband hat bisher noch von keiner einzigen Kita gehört, die durch das neue Gesetz mehr Zeit für die pädagogische Arbeit mit den Kindern hat. Falls Sie eine solche Kita kennen, stellen Sie uns bitte den Kontakt her. Wir würden uns freuen, mit Erzieher*innen, die nun mehr Zeit für gute frühpädagogische Angebote, altersdifferenziertes Arbeiten und individuelle Begleitung der Entwicklung eines jeden Kindes haben, ins Gespräch zu kommen.

Sie tragen als Bildungsministerin eine große Verantwortung für die Zukunft unserer rheinland-pfälzischen Gesellschaft. Zum Abschluss dieses Briefes möchte ich Sie an einige Ihrer Aussagen aus 2018/2019 erinnern, mit denen Sie das neue Kita-Gesetz beworben haben:

  • „… und bei allen Regelungen steht das Wohl des Kindes an erster Stelle… Und all das bedeutet mehr Qualität… das machen wir gerne, weil wir wollen, dass in den Kitas gute Bedingungen sind für die Erzieherinnen und Erzieher und auch für die Kinder.“ Plenum live Landtag am 23.8.2019 (ab 2.56:23h) https://dokumente.landtag.rlp.de/landtag/Plenum_Live/Plenum-20190821.mp4                   

Sehr geehrte Frau Hubig, wir möchten Sie gerne beim Wort nehmen. Die von Ihnen in den Zitaten formulierten Ziele unterstützen wir vorbehaltlos.

  • Das Wohl des Kindes muss immer an erster Stelle stehen.
  • Die Bedürfnisse der Kinder müssen im Mittelpunkt stehen.
  • Unsere Kinder brauchen beste Bildung und individuelle Förderung.
  •  Gute Frühpädagogik braucht eine gute pädagogische Betreuung durch bestens qualifizierte Erzieherinnen und Erzieher.
  • Gute Bedingungen für Erzieher*innen und Kinder in den Kitas sind dringend notwendig.

Ihre Ziele decken sich damit mit den Zielen und Forderungen des Kita-Fachkräfteverbandes. Welche konkreten Maßnahmen nötig sind, um sie zu erreichen sowie die fachlichen Grundlagen dazu können Sie auf unserer Homepage nachlesen: https://kitafachkraefteverband-rlp.de/ziele-und-forderungen/ und https://kitafachkraefteverband-rlp.de/faktencheck/

Die Kita-Misere ist nicht über Nacht gekommen und wird nicht morgen behoben sein. Sie ist aber auch kein Schicksal. Unsere Gesellschaft steht in der Verantwortung, unseren Jüngsten einen kindgerechten Kita-Alltag zu gewährleisten. Das ist finanzierbar, wenn wir die Prioritäten richtig setzen.

Kinder sind das Wichtigste, was unsere Gesellschaft hat, denn

 „die Kinder von heute sind die Gesellschaft von morgen“ (Dalai Lama).

Mit freundlichen Grüßen

Claudia Theobald

(Vorsitzende)

SK

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Der KiTa-Fachkräfteverband Rheinland-Pfalz begrüßt die Forderung des Landeselternausschusses nach Sonderbetreuungsurlaub für Eltern! Ein solches Instrument würde sicherzustellen, dass die Kinder vorwiegend zu Hause betreut werden können, bis die Infektionszahlen so zurückgehen, dass ein regulärer KiTa-Betrieb wieder zu verantworten ist (Quelle: LEA RLP).

Wir bedanken uns bei allen Eltern, die dem Appell der Regierung folgen und dadurch mithelfen, die Kontakte in den KiTas und damit die Infektionszahlen zu reduzieren. Bis zum 15.Januar befindet sich Deutschland noch im Shutdown. Mindestens so lange sind wir weiterhin auf die Solidarität der Eltern angewiesen, die Kinder möglichst zu Hause zu betreuen.

Wir KiTa-Fachkräfte hoffen auch im Sinne der Kinder und Familien auf gute und praktikable Konzepte, die einen effektiven Infektionsschutz im KiTa-Alltag ermöglichen. 

Durch klare Vorgaben, die Kinder in festen Gruppen mit festem Personal zu betreuen, effektive Luftfiltergeräte, sowie regelmäßige und anlassbezogene Tests für Personal und Kinder kann eine Betreuung unter Pandemiebedingungen sichergestellt werden. Diese Maßnahmen schränken zwar gegebenenfalls die Öffnungszeiten ein, gewährleisten aber allen Kindern einen kontinuierlichen KiTa-Besuch. Ein Sonderbetreuungsurlaub würde entstehende Engpässe ausgleichen. Den Satz des LEA-Artikels, dass das Kindeswohl über den Bedürfnissen der Erwachsenen steht, unterschreiben wir sofort.

Wenn Eltern, KiTa-Fachkräfte und alle Verantwortlichen in Politik und Verwaltung an einem Strang ziehen, werden wir die Krise meistern und hoffentlich im Laufe des nächsten Jahres zur Normalität zurückfinden.

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    Der nachfolgende Text stammt von unserem Verbandsmitglied Manuel Hein, Initiator der erfolgreichen Petition “Kein Regelbetrieb in KiTas” (hier abrufbar):

    Noch immer haben wir keine Reaktion der rheinland-pfälzischen Landesregierung. Wir ErzieherInnen sind zutiefst enttäuscht und fühlen uns alleine gelassen. Die Anzahl der Unterschriften (bundesweit sogar über 13.000) sollten verdeutlichen, dass es viele Menschen gibt, die über die derzeitige Lage besorgt sind.

    Am 18.12.2020 wurde unsere Petition „Kein Regelbetrieb in KiTas“ an den Petitionsausschuss in Rheinland-Pfalz gesendet, des Weiteren wurde Sie den Fraktionen zugesandt. Die Plattform OpenPetition hat dann noch eine persönliche Stellungnahme bei den einzelnen Abgeordneten angefragt.

    Gestern am 21.12.2020 fand eine Videokonferenz des Ausschusses für Bildung statt. Frau Anke Beilstein kritisierte das Vorgehen von Frau Dr. Hubigs Ministerium nicht nur im Bereich der Schulen, sondern auch der Kindertagesstätten mit deutlichen Worten. Leider prallte die berechtigte Kritik an Frau Dr. Hubig ab. Als es um den Regelbetrieb in den KiTas ging, sagte Frau Dr. Hubig: „(…) gut und richtig, dass wir es so gemacht haben.”

    Wie es jetzt gemacht wird, ist aber keineswegs richtig, das zeigen alleine schon die neuen Erhebungen der AOK. Dort wird deutlich, dass ErzieherInnen die Berufsgruppe mit den meisten coronabedingten Arbeitsausfällen sind.

    Mittlerweile sollte die Petition auch dem Bildungsministerium bekannt sein, trotzdem wurde sie während des Ausschusses nicht einmal erwähnt, obwohl das Thema schon eine große Medienpräsenz hat. Einzelne Abgeordnete der Opposition haben mittlerweile reagiert und den Forderungen oder zumindest einer Anhörung zugestimmt, leider reagiert niemand aus der derzeitigen Ampelregierung. Ist dies eine gewollte Verschleppungstaktik bis zum nächsten Treffen am 12.01.21? Es scheint in jedem Fall so.

    Wir ErzieherInnen sind uns unserer Aufgabe und Notwendigkeit im System bewusst. Allerdings ist es auch unsere Aufgabe die Kinder zu schützen, denn auch bei Kindern gibt es schwere Krankheitsverläufe in Zusammenhang mit dem Coronavirus.

    Familien, die dringend eine Notbetreuung brauchen, haben die Fachkräfte vor Ort im Blick und wurden auch in der Vergangenheit nicht alleine gelassen.

    Reagieren Sie bitte endlich auf unsere Forderungen: KiTas und Familien brauchen Planungssicherheit!

    Der nachfolgende Text stammt von unserem Verbandsmitglied Manuel Hein, Initiator der erfolgreichen Petition “Kein Regelbetrieb in KiTas” (hier abrufbar):

    Noch immer haben wir keine Reaktion der rheinland-pfälzischen Landesregierung. Wir ErzieherInnen sind zutiefst enttäuscht und fühlen uns alleine gelassen. Die Anzahl der Unterschriften (bundesweit sogar über 13.000) sollten verdeutlichen, dass es viele Menschen gibt, die über die derzeitige Lage besorgt sind.

    Am 18.12.2020 wurde unsere Petition „Kein Regelbetrieb in KiTas“ an den Petitionsausschuss in Rheinland-Pfalz gesendet, des Weiteren wurde Sie den Fraktionen zugesandt. Die Plattform OpenPetition hat dann noch eine persönliche Stellungnahme bei den einzelnen Abgeordneten angefragt.

    Gestern am 21.12.2020 fand eine Videokonferenz des Ausschusses für Bildung statt. Frau Anke Beilstein kritisierte das Vorgehen von Frau Dr. Hubigs Ministerium nicht nur im Bereich der Schulen, sondern auch der Kindertagesstätten mit deutlichen Worten. Leider prallte die berechtigte Kritik an Frau Dr. Hubig ab. Als es um den Regelbetrieb in den KiTas ging, sagte Frau Dr. Hubig: „(…) gut und richtig, dass wir es so gemacht haben.”

    Wie es jetzt gemacht wird, ist aber keineswegs richtig, das zeigen alleine schon die neuen Erhebungen der AOK. Dort wird deutlich, dass ErzieherInnen die Berufsgruppe mit den meisten coronabedingten Arbeitsausfällen sind.

    Mittlerweile sollte die Petition auch dem Bildungsministerium bekannt sein, trotzdem wurde sie während des Ausschusses nicht einmal erwähnt, obwohl das Thema schon eine große Medienpräsenz hat. Einzelne Abgeordnete der Opposition haben mittlerweile reagiert und den Forderungen oder zumindest einer Anhörung zugestimmt, leider reagiert niemand aus der derzeitigen Ampelregierung. Ist dies eine gewollte Verschleppungstaktik bis zum nächsten Treffen am 12.01.21? Es scheint in jedem Fall so.

    Wir ErzieherInnen sind uns unserer Aufgabe und Notwendigkeit im System bewusst. Allerdings ist es auch unsere Aufgabe die Kinder zu schützen, denn auch bei Kindern gibt es schwere Krankheitsverläufe in Zusammenhang mit dem Coronavirus.

    Familien, die dringend eine Notbetreuung brauchen, haben die Fachkräfte vor Ort im Blick und wurden auch in der Vergangenheit nicht alleine gelassen.

    Reagieren Sie bitte endlich auf unsere Forderungen: KiTas und Familien brauchen Planungssicherheit!

    Der nachfolgende Text stammt von unserem Verbandsmitglied Manuel Hein, Initiator der erfolgreichen Petition “Kein Regelbetrieb in KiTas” (hier abrufbar):

    Noch immer haben wir keine Reaktion der rheinland-pfälzischen Landesregierung. Wir ErzieherInnen sind zutiefst enttäuscht und fühlen uns alleine gelassen. Die Anzahl der Unterschriften (bundesweit sogar über 13.000) sollten verdeutlichen, dass es viele Menschen gibt, die über die derzeitige Lage besorgt sind.

    Am 18.12.2020 wurde unsere Petition „Kein Regelbetrieb in KiTas“ an den Petitionsausschuss in Rheinland-Pfalz gesendet, des Weiteren wurde Sie den Fraktionen zugesandt. Die Plattform OpenPetition hat dann noch eine persönliche Stellungnahme bei den einzelnen Abgeordneten angefragt.

    Gestern am 21.12.2020 fand eine Videokonferenz des Ausschusses für Bildung statt. Frau Anke Beilstein kritisierte das Vorgehen von Frau Dr. Hubigs Ministerium nicht nur im Bereich der Schulen, sondern auch der Kindertagesstätten mit deutlichen Worten. Leider prallte die berechtigte Kritik an Frau Dr. Hubig ab. Als es um den Regelbetrieb in den KiTas ging, sagte Frau Dr. Hubig: „(…) gut und richtig, dass wir es so gemacht haben.”

    Wie es jetzt gemacht wird, ist aber keineswegs richtig, das zeigen alleine schon die neuen Erhebungen der AOK. Dort wird deutlich, dass ErzieherInnen die Berufsgruppe mit den meisten coronabedingten Arbeitsausfällen sind.

    Mittlerweile sollte die Petition auch dem Bildungsministerium bekannt sein, trotzdem wurde sie während des Ausschusses nicht einmal erwähnt, obwohl das Thema schon eine große Medienpräsenz hat. Einzelne Abgeordnete der Opposition haben mittlerweile reagiert und den Forderungen oder zumindest einer Anhörung zugestimmt, leider reagiert niemand aus der derzeitigen Ampelregierung. Ist dies eine gewollte Verschleppungstaktik bis zum nächsten Treffen am 12.01.21? Es scheint in jedem Fall so.

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    Reagieren Sie bitte endlich auf unsere Forderungen: KiTas und Familien brauchen Planungssicherheit!