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Eine rheinland-pfälzische Kita-Leitung hat uns folgende Mail mit der Bitte um Veröffentlichung weitergeleitet:

Hallo zusammen,

die Mitarbeiter aus meinem Team fühlen sich aktuell sehr ohnmächtig und wissen sich nicht mehr anders zu helfen, als Ihre Gefühle zum Thema „neue Quarantäneregeln in den Kitas“ mal runterzuschreiben. Anbei ein Stimmungsbild, welches gerne ohne Nennung der Einrichtung veröffentlicht werden kann:

Stimmungsbilder, Fragen und Gedanken der Mitarbeiter*innen:

  • Was können wir noch tun, um uns und die Kinder zu schützen?

Die Kinder werden der Krankheit ohne Schutz ausgesetzt, ohne an die Folgen zu denken. Seit Beginn der Pandemie konzentriert sich alles auf den Schutz für alle. Ich habe alles getan, was ich konnte und jetzt wird alles so gekippt, dass es für mich keinen Schutz mehr gibt und ich auch nicht mehr für den Schutz der Kinder sorgen kann.

Respekt für Kinder und Pädagogen – Fehlanzeige!

  • Warum müssen Kita- Kinder als Kontaktpersonen nicht mehr in Quarantäne? Da sie größtenteils ungeimpft sind, ist mir das vollkommen unverständlich!
  • Mit einer Testpflicht für Kita – Kinder, wie sie ja auch an Grundschulen praktiziert wird, würde ich mich als Erzieherin viel sicherer fühlen!!
  • Wenn ich lese, dass es für Schulkinder eine Testpflicht gibt, eine Woche lang nach aufgetretenem positivem Fall in der Klasse und dies für Kitas nicht geplant ist, dann ist das für mich ein Zeichen der Gleichgültigkeit gegenüber allen Eltern, die Ausbreitung der Pandemie zu verhindern. Es ist eine Enttäuschung für mich und ein Zurückziehen der Regierung aus der Verantwortung. Eine Testpflicht für Kindergartenkinder ist ein Eingreifen in die persönliche Autonomie der Kinder und gleichzeitig habe ich noch nicht gehört, dass Zahnärzte für ihre Empfehlungen die Zähne zu putzen verklagt wurden.

Hier entwickelt sich die deutsche Politik in die irrwitzige amerikanische Richtung und bietet keine Orientierung für alle, die mitarbeiten. Ich bin enttäuscht, hilflos und wütend.

  • Mich beherrschen Angst und Sorge, mich und meine Familie zu infizieren. Ich kann es kaum aushalten, der Situation so hilflos ausgeliefert zu sein und mein junges ungeimpftes Kind nicht schützen zu können. Im Krippenbereich spüre ich eine immer grösser werdende Hemmung, das Bedürfnis der jungen (ggfs. Ungetesteten und womöglich infizierten) Kinder nach körperlicher Nähe so völlig ungeschützt zu erfüllen.

Der Zwiespalt – auf der einen Seite das Grundbedürfnis der Kinder zu erfüllen und auf der anderen Seite meine Gesundheit und die meiner Familie zu schützen – belastet mich psychisch sehr und schränkt mich in meiner Arbeit mit den Kindern ein.

  • Mich ärgert es sehr, dass ich mich, wie die meisten Menschen in meinem Umfeld, die vergangenen zwei Jahre aus Solidarität sehr eingeschränkt habe, diese Solidarität nun aber gegenüber meiner Berufsgruppe, die Gruppe der Pädagog*innen, und auch gegenüber den Kindern völlig außen vor gelassen wird. Es ist für mich in keiner Weise mehr nachvollziehbar, wie hier mit der Gesundheit und auch Belastbarkeit von Kindern, als in meinen Augen besonders schützenswerter Gruppe, sowie der von Fachkräften, einer ohnehin stark belasteten Berufsgruppe, umgegangen wird.

Eine Testpflicht könnte hier zumindest ein Gefühl von Sicherheit vermitteln, mehr Klarheit für Eltern, Kinder und Fachkräfte geben und Risiken verringern.

  • Aufgrund der neuen Regelungen ab Montag, bezüglich des Umgangs mit Kindern, die mit Corona-Infizierten Kontakt hatten, fühle ich mich sehr unwohl und verunsichert. Die bisherigen Regelungen gaben mir die Sicherheit, dass ich das Virus nicht mit nach Hause nehme. Zu Hause habe ich drei Personen im häuslichen Umfeld, die zu dem gefährdeten Personenkreis zählen. Insbesondere die Erkrankung meines Mannes, die es erforderlich macht, dass er immunreduzierende Medikamente nimmt, ist hier hervorzuheben. Meine Verunsicherung besteht darin, dass ich nicht nur wegen seiner Erkrankung in Sorge bin, sondern darüber hinaus, ihn, ohne es zu merken, mit dem Virus anzustecken. Für ihn wären mit seiner Vorerkrankung die Folgen nicht abzusehen – also schwerer Verlauf oder noch Schlimmeres.

Die bisherigen Regelungen gaben zumindest die Sicherheit, dass nur ´virusfreie´ Kinder wieder in die Kita kamen.

Kinder haben keine oder oft kaum Anzeichen und geben das Virus an uns weiter. Zuhause isolieren sich bei uns alle Familienmitglieder bei Kontakt mit Infizierten. Hier an der Arbeit kann ich dies nicht gewährleisten. Somit wird die Arbeit für mich zu einer direkten Belastung. Eine Gefährdung meines Mannes war in der ganzen Zeit der Pandemie allgegenwärtig. Bisher fühlte ich mich hier ausreichend gesehen und in der Angst wahrgenommen.

Mit den neuen Bestimmungen kehrt bei mir persönlich die Angst zurück.

Vielleicht gibt es Möglichkeiten, uns Erzieher*innen eine gewisse Sicherheit zurückzugeben?

  • Ich würde eine Testung der Kinder befürworten, damit es mehr Sicherheit gibt.

Das Personal testet sich 2x die Woche und gibt damit sich, den Kolleg*innen, den Kindern und Eltern die Sicherheit, dass sie nicht infiziert sind. Testen Eltern die Kinder, gibt dies ebenfalls nochmal ein gutes Gefühl: einmal den testenden Eltern – mein Kind ist gesund- als auch den anderen Eltern und dem Personal und den Kindern.

„Ich gebe mein Kind dahin ab, wo alle aktuell ok und gesund sind und mein Kind ist es auch.“

Dies bedeutet Sicherheit für alle!

  • In Anbetracht der am kommenden Montag anstehenden Veränderungen der Quarantäneregeln, Hygienemaßnahmen etc. haben sich bei mir einige Fragen aufgetan:

Die Kinder werden also bei Kontakt mit einem nachgewiesenen mit Covid infizierten Menschen am NÄCHSTEN Tag die Kita mit einem negativen Schnelltest wieder besuchen können?! Tatsachen wie Inkubationszeiten werden hierbei außer Acht gelassen. Ich musste am eigenen Leib erfahren, dass es VIER Tage dauern kann, bis sich nach dem Kontakt Symptome zeigen und die Tests anschlagen. Zusätzlich werden die Kinder zum Großteil nicht einmal getestet. Ich fühle mich in dieser Situation hilflos, nicht wertgeschätzt, der Situation schutzlos ausgeliefert. Arbeitsschutz – kann ich hier nicht mehr erkennen.

Nicht nur wir, die in der Kita arbeiten sind dem Ganzen schutzlos ausgeliefert, sondern ebenfalls die Kita- Kinder! Gerade die, die sich am wenigsten schützen können, werden der Gefahr regelrecht ausgeliefert. Hier wird das Recht auf körperliche Unversehrtheit mit Füßen getreten.

Fast wöchentlich verändern sich irgendwelche Regelungen und es bereitet mir große Sorge, in welche Richtung sich diese weiter verändern. Es fühlt sich an, als wolle man die Pandemie sich austoben lassen und sie nicht in den Griff bekommen und kontrollieren. Immer wieder kommen Eltern mit Eltern, oder mit Fachkräften in Konfrontation, weil Hygieneregeln nicht eingehalten, falsch verstanden, oder einfach vergessen werden. Mal ehrlich, wer soll denn hier noch den Überblick behalten?!

Das Arbeitsklima wird immer schlechter, die Stimmung fällt im Team immer weiter. Die Belastung im Team und bei den Eltern wird unerträglich. Es muss sich was verändern, sonst befürchte ich, wird sehr bald das eine Kind, welches ein paar Tage zu Hause betreut werden muss und dessen Eltern gestresst sind, oder eine aufgrund eines Covid-Falls geschlossene Gruppe das geringste Problem sein. Denn ohne Personal kann die Kita auch nicht geöffnet sein. Und diese Substanz bröckelt immer mehr.

Im Vorfeld handeln? Oder alles einstürzen lassen? Jede Entscheidung hat Folgen.

  • Ich fühle mich zunehmend als Ordnungshüter für Hygieneregeln und sehe mich immer weniger in der Lage in der Rolle einer Pädagogin für ein Klima zu sorgen, dass gute Zusammenarbeit mit Eltern in Hinblick auf eine positive Entwicklung ihres Kindes ermöglicht.

Zudem frage ich mich- ist es nicht möglich, tägliche Tests für Kinder, die die Kita besuchen sollen, verpflichtend zu machen? Das würde allen Beteiligten mehr Sicherheit geben.

  • Wenn man doch weiß, dass die Inkubationszeit des Virus länger als einen Tag ist, wie kann man dann sehenden Auges ohne weitere verpflichtende Tests Kinder mit Kontakt zu Infizierten weiter in die Kita kommen lassen? Das kommt einer aktiven Beihilfe zur Durchseuchung gleich. Wenn das die Haltung ist, dann könnten wir die hygienischen Maßnahmen, die zunehmend auch das Eltern-Pädagog*innen Verhältnis negativ beeinflussen einfach beenden und uns einem ´ganz normalen´ Kita- Alltag widmen. Das wäre wenigstens konsequent.

Aufgrund der neuen Bestimmungen des Landes fühlen wir uns nicht mehr geschützt. Das belastet uns psychisch.

  • Die täglichen Diskussionen mit Eltern über das Hygienekonzept belasten mich und die Entwicklung einer positiven Zusammenarbeit mit Eltern ist damit gefährdet.
  • Ich bin alleinerziehend. Ich habe Asthma und bin auch sonst nicht mehr topfit. Mein Sohn hat es auch von Geburt an mit den Lungen. Wir sind durch die Impfungen bestmöglich geschützt. Aber wenn ich jetzt zur Arbeit fahre in dem Wissen, dass Kinder, die gestern noch Kontakt zu Infizierten hatten, heute schon wieder im Kinderhaus sind, habe ich das Gefühl, regelrecht ins offene Messer zu laufen.
  • Ich als Einrichtungsleitung fühle mich hilflos und sehe in der Maßnahme die Absonderung von Kontaktpersonen auf einen Tag mit negativen Testergebnis zu reduzieren, eine Gefährdung sowohl aller Kinder, Eltern als auch der Mitarbeiter. Wenn, wie in einem Schreiben von Landesjugendamt „Kindertagesstätten zu dem wichtigen Bereich der Daseinsfürsorge“ zählen, dann erwarte ich, dass die Grundbedingungen stimmen, um Fürsorge zu betreiben. Dazu gehört der körperliche und gesundheitliche Schutz aller Beteiligten im System Kita sowie vorbeugendes Handeln. Das, was ab der kommende Wochen in rheinland-pfälzischen Kitas jedoch gemacht wird, ist ein bewusstes in Kauf nehmen einer Gefährdung und Durchseuchung.

Es ist schon eine respektable Leistung, diese Maßnahme als durchdacht zu verkaufen!

SK

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Der KiTa-Fachkräfteverband Rheinland-Pfalz begrüßt die Forderung des Landeselternausschusses nach Sonderbetreuungsurlaub für Eltern! Ein solches Instrument würde sicherzustellen, dass die Kinder vorwiegend zu Hause betreut werden können, bis die Infektionszahlen so zurückgehen, dass ein regulärer KiTa-Betrieb wieder zu verantworten ist (Quelle: LEA RLP).

Wir bedanken uns bei allen Eltern, die dem Appell der Regierung folgen und dadurch mithelfen, die Kontakte in den KiTas und damit die Infektionszahlen zu reduzieren. Bis zum 15.Januar befindet sich Deutschland noch im Shutdown. Mindestens so lange sind wir weiterhin auf die Solidarität der Eltern angewiesen, die Kinder möglichst zu Hause zu betreuen.

Wir KiTa-Fachkräfte hoffen auch im Sinne der Kinder und Familien auf gute und praktikable Konzepte, die einen effektiven Infektionsschutz im KiTa-Alltag ermöglichen. 

Durch klare Vorgaben, die Kinder in festen Gruppen mit festem Personal zu betreuen, effektive Luftfiltergeräte, sowie regelmäßige und anlassbezogene Tests für Personal und Kinder kann eine Betreuung unter Pandemiebedingungen sichergestellt werden. Diese Maßnahmen schränken zwar gegebenenfalls die Öffnungszeiten ein, gewährleisten aber allen Kindern einen kontinuierlichen KiTa-Besuch. Ein Sonderbetreuungsurlaub würde entstehende Engpässe ausgleichen. Den Satz des LEA-Artikels, dass das Kindeswohl über den Bedürfnissen der Erwachsenen steht, unterschreiben wir sofort.

Wenn Eltern, KiTa-Fachkräfte und alle Verantwortlichen in Politik und Verwaltung an einem Strang ziehen, werden wir die Krise meistern und hoffentlich im Laufe des nächsten Jahres zur Normalität zurückfinden.

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    Der nachfolgende Text stammt von unserem Verbandsmitglied Manuel Hein, Initiator der erfolgreichen Petition “Kein Regelbetrieb in KiTas” (hier abrufbar):

    Noch immer haben wir keine Reaktion der rheinland-pfälzischen Landesregierung. Wir ErzieherInnen sind zutiefst enttäuscht und fühlen uns alleine gelassen. Die Anzahl der Unterschriften (bundesweit sogar über 13.000) sollten verdeutlichen, dass es viele Menschen gibt, die über die derzeitige Lage besorgt sind.

    Am 18.12.2020 wurde unsere Petition „Kein Regelbetrieb in KiTas“ an den Petitionsausschuss in Rheinland-Pfalz gesendet, des Weiteren wurde Sie den Fraktionen zugesandt. Die Plattform OpenPetition hat dann noch eine persönliche Stellungnahme bei den einzelnen Abgeordneten angefragt.

    Gestern am 21.12.2020 fand eine Videokonferenz des Ausschusses für Bildung statt. Frau Anke Beilstein kritisierte das Vorgehen von Frau Dr. Hubigs Ministerium nicht nur im Bereich der Schulen, sondern auch der Kindertagesstätten mit deutlichen Worten. Leider prallte die berechtigte Kritik an Frau Dr. Hubig ab. Als es um den Regelbetrieb in den KiTas ging, sagte Frau Dr. Hubig: „(…) gut und richtig, dass wir es so gemacht haben.”

    Wie es jetzt gemacht wird, ist aber keineswegs richtig, das zeigen alleine schon die neuen Erhebungen der AOK. Dort wird deutlich, dass ErzieherInnen die Berufsgruppe mit den meisten coronabedingten Arbeitsausfällen sind.

    Mittlerweile sollte die Petition auch dem Bildungsministerium bekannt sein, trotzdem wurde sie während des Ausschusses nicht einmal erwähnt, obwohl das Thema schon eine große Medienpräsenz hat. Einzelne Abgeordnete der Opposition haben mittlerweile reagiert und den Forderungen oder zumindest einer Anhörung zugestimmt, leider reagiert niemand aus der derzeitigen Ampelregierung. Ist dies eine gewollte Verschleppungstaktik bis zum nächsten Treffen am 12.01.21? Es scheint in jedem Fall so.

    Wir ErzieherInnen sind uns unserer Aufgabe und Notwendigkeit im System bewusst. Allerdings ist es auch unsere Aufgabe die Kinder zu schützen, denn auch bei Kindern gibt es schwere Krankheitsverläufe in Zusammenhang mit dem Coronavirus.

    Familien, die dringend eine Notbetreuung brauchen, haben die Fachkräfte vor Ort im Blick und wurden auch in der Vergangenheit nicht alleine gelassen.

    Reagieren Sie bitte endlich auf unsere Forderungen: KiTas und Familien brauchen Planungssicherheit!

    Der nachfolgende Text stammt von unserem Verbandsmitglied Manuel Hein, Initiator der erfolgreichen Petition “Kein Regelbetrieb in KiTas” (hier abrufbar):

    Noch immer haben wir keine Reaktion der rheinland-pfälzischen Landesregierung. Wir ErzieherInnen sind zutiefst enttäuscht und fühlen uns alleine gelassen. Die Anzahl der Unterschriften (bundesweit sogar über 13.000) sollten verdeutlichen, dass es viele Menschen gibt, die über die derzeitige Lage besorgt sind.

    Am 18.12.2020 wurde unsere Petition „Kein Regelbetrieb in KiTas“ an den Petitionsausschuss in Rheinland-Pfalz gesendet, des Weiteren wurde Sie den Fraktionen zugesandt. Die Plattform OpenPetition hat dann noch eine persönliche Stellungnahme bei den einzelnen Abgeordneten angefragt.

    Gestern am 21.12.2020 fand eine Videokonferenz des Ausschusses für Bildung statt. Frau Anke Beilstein kritisierte das Vorgehen von Frau Dr. Hubigs Ministerium nicht nur im Bereich der Schulen, sondern auch der Kindertagesstätten mit deutlichen Worten. Leider prallte die berechtigte Kritik an Frau Dr. Hubig ab. Als es um den Regelbetrieb in den KiTas ging, sagte Frau Dr. Hubig: „(…) gut und richtig, dass wir es so gemacht haben.”

    Wie es jetzt gemacht wird, ist aber keineswegs richtig, das zeigen alleine schon die neuen Erhebungen der AOK. Dort wird deutlich, dass ErzieherInnen die Berufsgruppe mit den meisten coronabedingten Arbeitsausfällen sind.

    Mittlerweile sollte die Petition auch dem Bildungsministerium bekannt sein, trotzdem wurde sie während des Ausschusses nicht einmal erwähnt, obwohl das Thema schon eine große Medienpräsenz hat. Einzelne Abgeordnete der Opposition haben mittlerweile reagiert und den Forderungen oder zumindest einer Anhörung zugestimmt, leider reagiert niemand aus der derzeitigen Ampelregierung. Ist dies eine gewollte Verschleppungstaktik bis zum nächsten Treffen am 12.01.21? Es scheint in jedem Fall so.

    Wir ErzieherInnen sind uns unserer Aufgabe und Notwendigkeit im System bewusst. Allerdings ist es auch unsere Aufgabe die Kinder zu schützen, denn auch bei Kindern gibt es schwere Krankheitsverläufe in Zusammenhang mit dem Coronavirus.

    Familien, die dringend eine Notbetreuung brauchen, haben die Fachkräfte vor Ort im Blick und wurden auch in der Vergangenheit nicht alleine gelassen.

    Reagieren Sie bitte endlich auf unsere Forderungen: KiTas und Familien brauchen Planungssicherheit!

    Der nachfolgende Text stammt von unserem Verbandsmitglied Manuel Hein, Initiator der erfolgreichen Petition “Kein Regelbetrieb in KiTas” (hier abrufbar):

    Noch immer haben wir keine Reaktion der rheinland-pfälzischen Landesregierung. Wir ErzieherInnen sind zutiefst enttäuscht und fühlen uns alleine gelassen. Die Anzahl der Unterschriften (bundesweit sogar über 13.000) sollten verdeutlichen, dass es viele Menschen gibt, die über die derzeitige Lage besorgt sind.

    Am 18.12.2020 wurde unsere Petition „Kein Regelbetrieb in KiTas“ an den Petitionsausschuss in Rheinland-Pfalz gesendet, des Weiteren wurde Sie den Fraktionen zugesandt. Die Plattform OpenPetition hat dann noch eine persönliche Stellungnahme bei den einzelnen Abgeordneten angefragt.

    Gestern am 21.12.2020 fand eine Videokonferenz des Ausschusses für Bildung statt. Frau Anke Beilstein kritisierte das Vorgehen von Frau Dr. Hubigs Ministerium nicht nur im Bereich der Schulen, sondern auch der Kindertagesstätten mit deutlichen Worten. Leider prallte die berechtigte Kritik an Frau Dr. Hubig ab. Als es um den Regelbetrieb in den KiTas ging, sagte Frau Dr. Hubig: „(…) gut und richtig, dass wir es so gemacht haben.”

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    Wir ErzieherInnen sind uns unserer Aufgabe und Notwendigkeit im System bewusst. Allerdings ist es auch unsere Aufgabe die Kinder zu schützen, denn auch bei Kindern gibt es schwere Krankheitsverläufe in Zusammenhang mit dem Coronavirus.

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