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Ein Verbandsmitglied hat uns folgenden Brief zum Thema „Fallzahlen explodieren in rheinland-pfälzischen Kitas“ geschrieben. Wir dürfen das Schreiben ohne Namensnennung veröffentlichen, was wir gern tun.


Hallo zusammen,

ich schreibe Euch, weil ich Euren Betrag zu den aktuellen Infektionen super finde. Nach fast zwei Jahren ohne irgendeinen Fall haben wir gleich 3 auf einmal. Dass ist nur herausgekommen, weil ein Mitarbeiter, der sich regelmäßig in der Einrichtung per Schnelltest testet und positiv war. Der PCE-Test war auch positiv. Da wir ja weiter fröhlich durchmischen in der Einrichtung, mussten gleich 51 Kinder zum PCR Test und siehe da, zwei weitere positive Fälle bei Kindern.

Mit der neuen Verordnung gilt nun, die negativen Kinder dürfen sich nach 5 Tagen einmalig per Schnelltest freitesten. Es ist also nur herausgekommen das Kinder betroffen sind, da es eine Anordnung vom Gesundheitsamt gab.

Bislang bieten wir in unserer Einrichtung selbst organisierte Testmöglichkeiten für Kinder an. Jedoch nehmen nur weniger als ein Drittel der Eltern vor Ort das Angebot war, obwohl wir immer wieder appellieren.

Ich finde es unverantwortlich, wenn sich der Stadtelternausschuss in Mainz aktuell gegen eine aktuelle Testpflicht von Kitakindern ausspricht, mit dem Argument Kinder könnten davon ein psych. Trauma erleiden. Jedem Kind dem ich ein Notfallmedikament geben muss z.B. in Form eines Zäpfchens, erleidet auch ein psych. Trauma?

Bei uns sind die weiteren Fälle nur durch die Anweisung des Gesundheitsamts bekannt geworden. Somit wird es von politischer Seite also lauten: „Die Mitarbeiter bringen die Infektionen in die Einrichtungen.“ Wenn es keine Testpflicht für Kinder gibt, wird es immer erst durch das Personal erkannt werden. Und wie hoch ist die Dunkelziffer der Kinder z.B. der Geschwisterkinder, die nicht getestet werden müssen?

Es verstößt meiner Meinung nach gegen die Fürsorgepflicht der Arbeitgeber (§618 BGB), wenn sie nicht per Hausrecht anweisen, dass Kinder tägliche Tests nachweisen müssen. Bislang sagen Arbeitgeber, es gibt hierzu keine Anweisungen vom LSJV, deshalb kann man da nichts machen.

Auch sehe ich von Seiten der politischen Vertreterinnen in Landesjugendämtern, Stadt- /Kreisjugendämtern sowie dem Bildungsministerium, dem Landes- und den Stadtelternausschüssen einen Verstoß gegen das Kindeswohl (§8a SGB VIII), wenn es keine Testpflicht von Kitakindern gibt, da man wissentlich eine Gefährdung von allen Kindern zum Wohle einzelner nicht abwendet, sondern wissentlich in Kauf nimmt.

Wie kann es sein, dass Kinder sich in Schulen testen müssen, aber in Kitas nicht? Kinder müssen aktuell in Schulen eine Maske tragen, bei uns in den Kindertageseinrichtungen nicht. Wer schützt diese Kinder?

In jedem lebensmittelverarbeitenden Betrieb gibt es Wareneingangskontrollen. Bevor ich ein Flugzeug betrete, gibt es Kontrollen. Bevor ich aktuell ein Krankenhaus betreten darf, muss ich einen Test nachweisen. Wozu dient dies? Zum Wohle der Gemeinschaft! Bei einer Kita in RLP gilt dies nicht.

An uns als Fachkräfte wurde und wird immer wieder appelliert verantwortungsbewusst umzugehen. Doch Verantwortung wird nicht angeboren, sondern im Alltag vorgelebt. Dieser Prozess sich seiner selbst und der Gemeinschaft gegenüber verantwortlich gegenüber sein, ist ein Lernprozess, den wir tagtäglich bei Kindern unterstützen und begleiten. Doch was ist dass für eine Gesellschaft, in dem junge Menschen erfahren, die Verantwortung für die Gemeinschaft hört dann auf, wenn Erwachsene Entscheidungen gegen das Wohl der Gemeinschaft sowie Einzelner treffen?

In einem Schreiben vom Landesjugendamt am 14.01.2022  heißt es: „Kindertagesstätten gehören zu dem wichtigen Bereich der Daseinsvorsorge; es ist zwingend notwendig, dass wir alles Mögliche tun, um die Kitas weiter offen zuhalten – für die Kinder und für die Familien“

Das was bislang gegen eine Ausbreitung der Coronainfektion der Kinder in den Kindertagesstätten getan wird ist also alles Mögliche? Wenn dies so ist, hoffe ich, dass die Entscheidungsträger noch einmal in sich gehen, ob es aktuell wirklich alles Mögliche ist oder, ob es einfach der Weg des geringsten Widerstands ist. 

Insofern appelliere ich an alle Verantwortungsträger (einzelne Eltern, Arbeitgeber, Elternausschüsse, Ämter und Ministerium) sich Ihrer Verantwortung endlich einmal bewusst zu werden, dass junge Menschen sich im Kitaalltag nicht vor einer Ansteckung schützen können. Ein täglicher Test für Kinder, würde ausreichen, dass Kitas weiter offengehalten werden– für die Kinder und für die Familien. So verhindern wir, dass das Personal ausfällt! Aber das scheint nicht unter die Kategorie „alles Mögliche“ zu fallen.

“Die Freiheit besteht darin, dass man alles tun kann, was einem anderen nicht schadet.”

Mitglied KFV RLP

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Der KiTa-Fachkräfteverband Rheinland-Pfalz begrüßt die Forderung des Landeselternausschusses nach Sonderbetreuungsurlaub für Eltern! Ein solches Instrument würde sicherzustellen, dass die Kinder vorwiegend zu Hause betreut werden können, bis die Infektionszahlen so zurückgehen, dass ein regulärer KiTa-Betrieb wieder zu verantworten ist (Quelle: LEA RLP).

Wir bedanken uns bei allen Eltern, die dem Appell der Regierung folgen und dadurch mithelfen, die Kontakte in den KiTas und damit die Infektionszahlen zu reduzieren. Bis zum 15.Januar befindet sich Deutschland noch im Shutdown. Mindestens so lange sind wir weiterhin auf die Solidarität der Eltern angewiesen, die Kinder möglichst zu Hause zu betreuen.

Wir KiTa-Fachkräfte hoffen auch im Sinne der Kinder und Familien auf gute und praktikable Konzepte, die einen effektiven Infektionsschutz im KiTa-Alltag ermöglichen. 

Durch klare Vorgaben, die Kinder in festen Gruppen mit festem Personal zu betreuen, effektive Luftfiltergeräte, sowie regelmäßige und anlassbezogene Tests für Personal und Kinder kann eine Betreuung unter Pandemiebedingungen sichergestellt werden. Diese Maßnahmen schränken zwar gegebenenfalls die Öffnungszeiten ein, gewährleisten aber allen Kindern einen kontinuierlichen KiTa-Besuch. Ein Sonderbetreuungsurlaub würde entstehende Engpässe ausgleichen. Den Satz des LEA-Artikels, dass das Kindeswohl über den Bedürfnissen der Erwachsenen steht, unterschreiben wir sofort.

Wenn Eltern, KiTa-Fachkräfte und alle Verantwortlichen in Politik und Verwaltung an einem Strang ziehen, werden wir die Krise meistern und hoffentlich im Laufe des nächsten Jahres zur Normalität zurückfinden.

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    Der nachfolgende Text stammt von unserem Verbandsmitglied Manuel Hein, Initiator der erfolgreichen Petition “Kein Regelbetrieb in KiTas” (hier abrufbar):

    Noch immer haben wir keine Reaktion der rheinland-pfälzischen Landesregierung. Wir ErzieherInnen sind zutiefst enttäuscht und fühlen uns alleine gelassen. Die Anzahl der Unterschriften (bundesweit sogar über 13.000) sollten verdeutlichen, dass es viele Menschen gibt, die über die derzeitige Lage besorgt sind.

    Am 18.12.2020 wurde unsere Petition „Kein Regelbetrieb in KiTas“ an den Petitionsausschuss in Rheinland-Pfalz gesendet, des Weiteren wurde Sie den Fraktionen zugesandt. Die Plattform OpenPetition hat dann noch eine persönliche Stellungnahme bei den einzelnen Abgeordneten angefragt.

    Gestern am 21.12.2020 fand eine Videokonferenz des Ausschusses für Bildung statt. Frau Anke Beilstein kritisierte das Vorgehen von Frau Dr. Hubigs Ministerium nicht nur im Bereich der Schulen, sondern auch der Kindertagesstätten mit deutlichen Worten. Leider prallte die berechtigte Kritik an Frau Dr. Hubig ab. Als es um den Regelbetrieb in den KiTas ging, sagte Frau Dr. Hubig: „(…) gut und richtig, dass wir es so gemacht haben.”

    Wie es jetzt gemacht wird, ist aber keineswegs richtig, das zeigen alleine schon die neuen Erhebungen der AOK. Dort wird deutlich, dass ErzieherInnen die Berufsgruppe mit den meisten coronabedingten Arbeitsausfällen sind.

    Mittlerweile sollte die Petition auch dem Bildungsministerium bekannt sein, trotzdem wurde sie während des Ausschusses nicht einmal erwähnt, obwohl das Thema schon eine große Medienpräsenz hat. Einzelne Abgeordnete der Opposition haben mittlerweile reagiert und den Forderungen oder zumindest einer Anhörung zugestimmt, leider reagiert niemand aus der derzeitigen Ampelregierung. Ist dies eine gewollte Verschleppungstaktik bis zum nächsten Treffen am 12.01.21? Es scheint in jedem Fall so.

    Wir ErzieherInnen sind uns unserer Aufgabe und Notwendigkeit im System bewusst. Allerdings ist es auch unsere Aufgabe die Kinder zu schützen, denn auch bei Kindern gibt es schwere Krankheitsverläufe in Zusammenhang mit dem Coronavirus.

    Familien, die dringend eine Notbetreuung brauchen, haben die Fachkräfte vor Ort im Blick und wurden auch in der Vergangenheit nicht alleine gelassen.

    Reagieren Sie bitte endlich auf unsere Forderungen: KiTas und Familien brauchen Planungssicherheit!

    Der nachfolgende Text stammt von unserem Verbandsmitglied Manuel Hein, Initiator der erfolgreichen Petition “Kein Regelbetrieb in KiTas” (hier abrufbar):

    Noch immer haben wir keine Reaktion der rheinland-pfälzischen Landesregierung. Wir ErzieherInnen sind zutiefst enttäuscht und fühlen uns alleine gelassen. Die Anzahl der Unterschriften (bundesweit sogar über 13.000) sollten verdeutlichen, dass es viele Menschen gibt, die über die derzeitige Lage besorgt sind.

    Am 18.12.2020 wurde unsere Petition „Kein Regelbetrieb in KiTas“ an den Petitionsausschuss in Rheinland-Pfalz gesendet, des Weiteren wurde Sie den Fraktionen zugesandt. Die Plattform OpenPetition hat dann noch eine persönliche Stellungnahme bei den einzelnen Abgeordneten angefragt.

    Gestern am 21.12.2020 fand eine Videokonferenz des Ausschusses für Bildung statt. Frau Anke Beilstein kritisierte das Vorgehen von Frau Dr. Hubigs Ministerium nicht nur im Bereich der Schulen, sondern auch der Kindertagesstätten mit deutlichen Worten. Leider prallte die berechtigte Kritik an Frau Dr. Hubig ab. Als es um den Regelbetrieb in den KiTas ging, sagte Frau Dr. Hubig: „(…) gut und richtig, dass wir es so gemacht haben.”

    Wie es jetzt gemacht wird, ist aber keineswegs richtig, das zeigen alleine schon die neuen Erhebungen der AOK. Dort wird deutlich, dass ErzieherInnen die Berufsgruppe mit den meisten coronabedingten Arbeitsausfällen sind.

    Mittlerweile sollte die Petition auch dem Bildungsministerium bekannt sein, trotzdem wurde sie während des Ausschusses nicht einmal erwähnt, obwohl das Thema schon eine große Medienpräsenz hat. Einzelne Abgeordnete der Opposition haben mittlerweile reagiert und den Forderungen oder zumindest einer Anhörung zugestimmt, leider reagiert niemand aus der derzeitigen Ampelregierung. Ist dies eine gewollte Verschleppungstaktik bis zum nächsten Treffen am 12.01.21? Es scheint in jedem Fall so.

    Wir ErzieherInnen sind uns unserer Aufgabe und Notwendigkeit im System bewusst. Allerdings ist es auch unsere Aufgabe die Kinder zu schützen, denn auch bei Kindern gibt es schwere Krankheitsverläufe in Zusammenhang mit dem Coronavirus.

    Familien, die dringend eine Notbetreuung brauchen, haben die Fachkräfte vor Ort im Blick und wurden auch in der Vergangenheit nicht alleine gelassen.

    Reagieren Sie bitte endlich auf unsere Forderungen: KiTas und Familien brauchen Planungssicherheit!

    Der nachfolgende Text stammt von unserem Verbandsmitglied Manuel Hein, Initiator der erfolgreichen Petition “Kein Regelbetrieb in KiTas” (hier abrufbar):

    Noch immer haben wir keine Reaktion der rheinland-pfälzischen Landesregierung. Wir ErzieherInnen sind zutiefst enttäuscht und fühlen uns alleine gelassen. Die Anzahl der Unterschriften (bundesweit sogar über 13.000) sollten verdeutlichen, dass es viele Menschen gibt, die über die derzeitige Lage besorgt sind.

    Am 18.12.2020 wurde unsere Petition „Kein Regelbetrieb in KiTas“ an den Petitionsausschuss in Rheinland-Pfalz gesendet, des Weiteren wurde Sie den Fraktionen zugesandt. Die Plattform OpenPetition hat dann noch eine persönliche Stellungnahme bei den einzelnen Abgeordneten angefragt.

    Gestern am 21.12.2020 fand eine Videokonferenz des Ausschusses für Bildung statt. Frau Anke Beilstein kritisierte das Vorgehen von Frau Dr. Hubigs Ministerium nicht nur im Bereich der Schulen, sondern auch der Kindertagesstätten mit deutlichen Worten. Leider prallte die berechtigte Kritik an Frau Dr. Hubig ab. Als es um den Regelbetrieb in den KiTas ging, sagte Frau Dr. Hubig: „(…) gut und richtig, dass wir es so gemacht haben.”

    Wie es jetzt gemacht wird, ist aber keineswegs richtig, das zeigen alleine schon die neuen Erhebungen der AOK. Dort wird deutlich, dass ErzieherInnen die Berufsgruppe mit den meisten coronabedingten Arbeitsausfällen sind.

    Mittlerweile sollte die Petition auch dem Bildungsministerium bekannt sein, trotzdem wurde sie während des Ausschusses nicht einmal erwähnt, obwohl das Thema schon eine große Medienpräsenz hat. Einzelne Abgeordnete der Opposition haben mittlerweile reagiert und den Forderungen oder zumindest einer Anhörung zugestimmt, leider reagiert niemand aus der derzeitigen Ampelregierung. Ist dies eine gewollte Verschleppungstaktik bis zum nächsten Treffen am 12.01.21? Es scheint in jedem Fall so.

    Wir ErzieherInnen sind uns unserer Aufgabe und Notwendigkeit im System bewusst. Allerdings ist es auch unsere Aufgabe die Kinder zu schützen, denn auch bei Kindern gibt es schwere Krankheitsverläufe in Zusammenhang mit dem Coronavirus.

    Familien, die dringend eine Notbetreuung brauchen, haben die Fachkräfte vor Ort im Blick und wurden auch in der Vergangenheit nicht alleine gelassen.

    Reagieren Sie bitte endlich auf unsere Forderungen: KiTas und Familien brauchen Planungssicherheit!