In der Chatgruppe des Verbands wurde lebhaft über das Thema der Fachlichkeit diskutiert. Wie viele Fachkräfte braucht eine KiTa? Können Quereinsteiger mit einer schnell absolvierten Basisqualifikation nicht genauso gut in der Kita arbeiten? Wie wichtig ist das Thema der pädagogischen Qualität überhaupt?
Auch in Pandemiezeiten ging es vorrangig darum, in den KiTas die Betreuung aufrechtzuerhalten. Wie es den Kindern und Erzieher*innen unter den ständig wechselnden Vorgaben und Einschränkungen ging und geht, wurde und wird nur selten thematisiert.
Wir stellen Beiträge ein, die das Thema beleuchten.
Unser Verbandsmitglied Michèle Kreul, die in Koblenz eine KiTa leitet, hat als „eine Stimme aus der Praxis“ die Problematik aus ihrer Sicht beleuchtet. Im verlinkten Beitrag “Immerwährende Schülerinnen” von 2019, der aktuell durch die neue Fachkräfteverordnung noch zusätzlich an Bedeutung gewinnt, interviewt die Journalistin Erika Berthold von „wamiki“ Frau Dr. Elke Alsago, die als Referentin für den Ver.di Bundesvorstand tätig ist.
Außerdem äußert sich unsere zweite Vorsitzende Kristin Stark-Fürsicht zum Thema.
Wir brauchen eine gesellschaftliche Debatte zu diesem Thema.
- Möchtet ihr auch einen längeren Beitrag schreiben zum Thema? Dann sendet ihn uns zu per Mail zu.
- Fallen euch kreative Wort-, Bild- oder Videobeiträge zum Thema ein? Her damit!
- Alternativ könnt ihr auch ein kurzes Statement im Formular am Ender der Seite hinterlassen, welche wir gebündelt an dieser Stelle veröffentlichen.
Fachlichkeit macht sichtbar, was Kinder für ihre Entwicklung brauchen und welche Voraussetzungen gegeben sein müssen, damit gute Betreuung und Bildung gewährleistet werden können. Zwischen dem fachlichen Wissen über frühkindliche Entwicklung und dem Alltag in unseren KiTa klafft eine große Lücke, die endlich geschlossen werden muss.
Claudia Theobald
Fachlichkeit bedeutet für mich…
– angemessen beurteilen zu können, welche Bedürfnisse die mir anvertrauten Kinder und deren Familien haben und ihnen die entsprechenden Hilfen zur Verfügung stellen zu können.
– trotz schwieriger Umstände professionell zu bleiben und gelassen auf die täglich neuen Herausforderungen zu reagieren.
– meine eigene Persönlichkeit, meine Neigungen und Interessen sowie meine Fachkenntnis als pädagogische Fachkraft so miteinander zu verbinden, dass ich authentisch und ehrlich den Alltag mit den Kindern in der Kita lebe und trotzdem nie den Blick dafür verliere, was pädagogisch, menschlich und sozial sinnvoll und notwendig ist.
Sandra Krollmann
…das in jahrelanger Ausbildung, Praxis und Fortbildung erworbene Wissen und Können, das erst die Befähigung bildet, um individuelle Förderung, Bildung und Entwicklungsbegleitung am und mit dem Kind leisten zu können.
Und dies in Zeiten
– immer steiler ansteigenden Forderungen und Erschwernissen,
– zunehmend mangelhafter werdenden Voraussetzungen in der beruflichen Praxis (in jeder Hinsicht)
– und angesichts eines “neuen Kita-Gesetzes”, dessen Planung und bedingungslose Durchsetzung nicht weiter an der Realität, Umsetzbarkeit und wissenschaftlich erwiesenen Anforderungen vorbeigehen könnte!
Es ist offensichtlich: Wir leben in einer abstrusen, wirklichkeitsfremden Gesellschaft, denn:
Wo Bildung gefordert wird, MUSS Bildung “dahinterstehen”.
Kerstin Panthel
…eine Situation vor dem Hintergrund meiner fachspezifischen Kenntnisse zu beurteilen und mein Handeln danach auszurichten.
Fachlichkeit würde ich mit Professionalität gleich setzen. Bedeutend für professionelles Handeln ist, dass ich mein Handeln nach meinem fachlichen Kenntnisstand ausrichte. Es bedeutet auch, dass ich mir meiner persönlichen Emotionen und Präferenzen beim Handeln bewusst bin und diese nicht in erster Linie handlungsleitend sind. Handlungsleitend sollten die Bedarfe der Kinder, mein Kenntnisstand über den Entwicklungsstand der Kinder sowie die pädagogischen Zielsetzungen sein.
Corinna Langen
