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Ministerin Hubigs Pressekonferenz vom 7. April 2021 und die Bekanntgabe neuer Corona-Maßnahmen hat unter den KiTa-Fachkräften zu intensiven und kontroversen Diskussionen geführt. Als Stimme aus der Praxis wollen wir hier die aktuelle Diskussion unter den Fachkräften zusammenfassen. Die Einrichtungen sind beunruhigt, weil die Fallzahlen steigen, es aber kaum sinnvolle Schutzmaßnahmen gibt. Viele Monate lang, auch als schon die britische Mutation im Anmarsch war, wurde die Corona-Problematik kleingeredet und verharmlost. Immerhin hat das Bildungsministerium nun auf steigende Fallzahlen reagiert und lässt nicht mehr alles einfach so weiterlaufen.

Die Kita-Fachkräfte vermissen aber eine klare Linie und nachvollziehbare Gründe, warum welche Maßnahmen getroffen werden.

Die Maskenpflicht für Erzieher*innen bewegt die Gemüter. Die Lage ist ernst und jede Ansteckung, die verhindert wird, hilft, dass die Infektionsfälle in den Kitas nicht weiter steigen. Wenn Erzieher*innen Masken tragen, kann auch das ein Beitrag sein. Welchen Effekt verspricht sich aber Frau Hubig davon, wenn auf 50 qm drei maskentragende Erzieher*innen mit über 20 Kindern, die weder Abstand halten noch Maske tragen können, in engem Kontakt sind? Im pädagogischen Alltag Maske zu tragen, ist sehr belastend. Die nonverbale und verbale Kommunikation ist deutlich beeinträchtigt. Das wirkt sich auf das Miteinander von Kindern und Erzieher*innen aus.

Ob maskentragendes Personal hilft, die Infektionszahlen zu senken, werden die nächsten Wochen zeigen.

Wenn in 14 Tagen die Fallzahlen immer noch steigen, stellt das zumindest die in der PK geäußerte These in Frage, dass hauptsächlich die Erzieher*innen das Virus in die KiTa tragen und Kinder es nicht so häufig weiterverbreiten. Die Fakten erhärten sich, dass vollständig geimpfte Personen nicht infektiös sind und das Virus weiterverbreiten. Damit wären Masken für Erzieher*innen überflüssig, sobald der komplette Impfschutz besteht.

Heiß diskutiert wird auch, warum die Maske für das Personal verpflichtend ist, die Schnelltests aber freiwillig sind. Wird durch maskentragendes Personal das Infektionsgeschehen besser gesenkt als durch regelmäßige Tests? Ein positiver Befund und eine konsequente Quarantäne können verhindern, dass Infektionsherde in der KiTa entstehen. Warum kann man dem Personal die Masken zumuten, aber nicht die einfach zu handhabenden Schnelltests?

Daraus ergibt sich die nächste Frage: Warum werden die Kinder nicht verpflichtend getestet, die keinen Abstand halten und keine Maske tragen können? Kindgerechte Lollitests stehen zur Verfügung. Sie müssten nur flächendeckend auch in RLP zugelassen werden.

Die wichtigste Maßnahme zum Infektionsschutz sind Kontaktbeschränkungen.

Durchmischung soll nun vermieden werden. Öffnungszeiten dürfen nun offiziell angepasst werden. Auch das schränkt den pädagogischen Alltag und damit das Spiel und Miteinander der Kinder ein. Trotzdem sind Kontaktbeschränkungen sinnvoll. Reduziert man Kontakte um die Hälfte, sinkt das Infektionsrisiko um das Vierfache, da nur noch halb so viele Kinder andere anstecken können und nur noch halb so viele Kinder angesteckt werden können.

Allerdings ist weiterhin der KiTa-Regelbetrieb mit vollen Gruppengrößen vorgesehen. Natürlich ist es wesentlich besser, wenn nur 25 Kinder statt 125 Kinder in engem Kontakt stehen. Das sind aber immer noch doppelt so viele Kinder wie in den Schulklassen, obwohl Schüler*innen regelmäßig getestet werden, Maske tragen und Abstand halten. Alles das gilt für Kita-Kinder nicht. Die nächsten Tage werden zeigen, ob 25er Gruppen mit ungetesteten Kindern, die in ungeschütztem Kontakt stehen, die britische Mutante aufhalten können.

Der KiTa-Fachkräfteverband wird die Entwicklung der Infektionszahlen genau im Blick behalten.

Steigen die Infektionszahlen in den Kitas weiter, müssen verbindliche Testungen von Personal und Kindern unverzüglich angeordnet werden. Eine klare Notbetreuungsregelung würde Kontakte weiter deutlich reduzieren und Gruppengrößen ermöglichen, wie wir sie im Wechselunterricht der Schulen haben.

Die KiTas dürfen kein Drehkreuz für das Virus sein.

Auch oder gerade in der dritten Welle gilt: „Schützt die KiTas und Familien – Augen zu und durch ist keine Option!“

SK

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Der KiTa-Fachkräfteverband Rheinland-Pfalz begrüßt die Forderung des Landeselternausschusses nach Sonderbetreuungsurlaub für Eltern! Ein solches Instrument würde sicherzustellen, dass die Kinder vorwiegend zu Hause betreut werden können, bis die Infektionszahlen so zurückgehen, dass ein regulärer KiTa-Betrieb wieder zu verantworten ist (Quelle: LEA RLP).

Wir bedanken uns bei allen Eltern, die dem Appell der Regierung folgen und dadurch mithelfen, die Kontakte in den KiTas und damit die Infektionszahlen zu reduzieren. Bis zum 15.Januar befindet sich Deutschland noch im Shutdown. Mindestens so lange sind wir weiterhin auf die Solidarität der Eltern angewiesen, die Kinder möglichst zu Hause zu betreuen.

Wir KiTa-Fachkräfte hoffen auch im Sinne der Kinder und Familien auf gute und praktikable Konzepte, die einen effektiven Infektionsschutz im KiTa-Alltag ermöglichen. 

Durch klare Vorgaben, die Kinder in festen Gruppen mit festem Personal zu betreuen, effektive Luftfiltergeräte, sowie regelmäßige und anlassbezogene Tests für Personal und Kinder kann eine Betreuung unter Pandemiebedingungen sichergestellt werden. Diese Maßnahmen schränken zwar gegebenenfalls die Öffnungszeiten ein, gewährleisten aber allen Kindern einen kontinuierlichen KiTa-Besuch. Ein Sonderbetreuungsurlaub würde entstehende Engpässe ausgleichen. Den Satz des LEA-Artikels, dass das Kindeswohl über den Bedürfnissen der Erwachsenen steht, unterschreiben wir sofort.

Wenn Eltern, KiTa-Fachkräfte und alle Verantwortlichen in Politik und Verwaltung an einem Strang ziehen, werden wir die Krise meistern und hoffentlich im Laufe des nächsten Jahres zur Normalität zurückfinden.

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    Der nachfolgende Text stammt von unserem Verbandsmitglied Manuel Hein, Initiator der erfolgreichen Petition “Kein Regelbetrieb in KiTas” (hier abrufbar):

    Noch immer haben wir keine Reaktion der rheinland-pfälzischen Landesregierung. Wir ErzieherInnen sind zutiefst enttäuscht und fühlen uns alleine gelassen. Die Anzahl der Unterschriften (bundesweit sogar über 13.000) sollten verdeutlichen, dass es viele Menschen gibt, die über die derzeitige Lage besorgt sind.

    Am 18.12.2020 wurde unsere Petition „Kein Regelbetrieb in KiTas“ an den Petitionsausschuss in Rheinland-Pfalz gesendet, des Weiteren wurde Sie den Fraktionen zugesandt. Die Plattform OpenPetition hat dann noch eine persönliche Stellungnahme bei den einzelnen Abgeordneten angefragt.

    Gestern am 21.12.2020 fand eine Videokonferenz des Ausschusses für Bildung statt. Frau Anke Beilstein kritisierte das Vorgehen von Frau Dr. Hubigs Ministerium nicht nur im Bereich der Schulen, sondern auch der Kindertagesstätten mit deutlichen Worten. Leider prallte die berechtigte Kritik an Frau Dr. Hubig ab. Als es um den Regelbetrieb in den KiTas ging, sagte Frau Dr. Hubig: „(…) gut und richtig, dass wir es so gemacht haben.”

    Wie es jetzt gemacht wird, ist aber keineswegs richtig, das zeigen alleine schon die neuen Erhebungen der AOK. Dort wird deutlich, dass ErzieherInnen die Berufsgruppe mit den meisten coronabedingten Arbeitsausfällen sind.

    Mittlerweile sollte die Petition auch dem Bildungsministerium bekannt sein, trotzdem wurde sie während des Ausschusses nicht einmal erwähnt, obwohl das Thema schon eine große Medienpräsenz hat. Einzelne Abgeordnete der Opposition haben mittlerweile reagiert und den Forderungen oder zumindest einer Anhörung zugestimmt, leider reagiert niemand aus der derzeitigen Ampelregierung. Ist dies eine gewollte Verschleppungstaktik bis zum nächsten Treffen am 12.01.21? Es scheint in jedem Fall so.

    Wir ErzieherInnen sind uns unserer Aufgabe und Notwendigkeit im System bewusst. Allerdings ist es auch unsere Aufgabe die Kinder zu schützen, denn auch bei Kindern gibt es schwere Krankheitsverläufe in Zusammenhang mit dem Coronavirus.

    Familien, die dringend eine Notbetreuung brauchen, haben die Fachkräfte vor Ort im Blick und wurden auch in der Vergangenheit nicht alleine gelassen.

    Reagieren Sie bitte endlich auf unsere Forderungen: KiTas und Familien brauchen Planungssicherheit!

    Der nachfolgende Text stammt von unserem Verbandsmitglied Manuel Hein, Initiator der erfolgreichen Petition “Kein Regelbetrieb in KiTas” (hier abrufbar):

    Noch immer haben wir keine Reaktion der rheinland-pfälzischen Landesregierung. Wir ErzieherInnen sind zutiefst enttäuscht und fühlen uns alleine gelassen. Die Anzahl der Unterschriften (bundesweit sogar über 13.000) sollten verdeutlichen, dass es viele Menschen gibt, die über die derzeitige Lage besorgt sind.

    Am 18.12.2020 wurde unsere Petition „Kein Regelbetrieb in KiTas“ an den Petitionsausschuss in Rheinland-Pfalz gesendet, des Weiteren wurde Sie den Fraktionen zugesandt. Die Plattform OpenPetition hat dann noch eine persönliche Stellungnahme bei den einzelnen Abgeordneten angefragt.

    Gestern am 21.12.2020 fand eine Videokonferenz des Ausschusses für Bildung statt. Frau Anke Beilstein kritisierte das Vorgehen von Frau Dr. Hubigs Ministerium nicht nur im Bereich der Schulen, sondern auch der Kindertagesstätten mit deutlichen Worten. Leider prallte die berechtigte Kritik an Frau Dr. Hubig ab. Als es um den Regelbetrieb in den KiTas ging, sagte Frau Dr. Hubig: „(…) gut und richtig, dass wir es so gemacht haben.”

    Wie es jetzt gemacht wird, ist aber keineswegs richtig, das zeigen alleine schon die neuen Erhebungen der AOK. Dort wird deutlich, dass ErzieherInnen die Berufsgruppe mit den meisten coronabedingten Arbeitsausfällen sind.

    Mittlerweile sollte die Petition auch dem Bildungsministerium bekannt sein, trotzdem wurde sie während des Ausschusses nicht einmal erwähnt, obwohl das Thema schon eine große Medienpräsenz hat. Einzelne Abgeordnete der Opposition haben mittlerweile reagiert und den Forderungen oder zumindest einer Anhörung zugestimmt, leider reagiert niemand aus der derzeitigen Ampelregierung. Ist dies eine gewollte Verschleppungstaktik bis zum nächsten Treffen am 12.01.21? Es scheint in jedem Fall so.

    Wir ErzieherInnen sind uns unserer Aufgabe und Notwendigkeit im System bewusst. Allerdings ist es auch unsere Aufgabe die Kinder zu schützen, denn auch bei Kindern gibt es schwere Krankheitsverläufe in Zusammenhang mit dem Coronavirus.

    Familien, die dringend eine Notbetreuung brauchen, haben die Fachkräfte vor Ort im Blick und wurden auch in der Vergangenheit nicht alleine gelassen.

    Reagieren Sie bitte endlich auf unsere Forderungen: KiTas und Familien brauchen Planungssicherheit!

    Der nachfolgende Text stammt von unserem Verbandsmitglied Manuel Hein, Initiator der erfolgreichen Petition “Kein Regelbetrieb in KiTas” (hier abrufbar):

    Noch immer haben wir keine Reaktion der rheinland-pfälzischen Landesregierung. Wir ErzieherInnen sind zutiefst enttäuscht und fühlen uns alleine gelassen. Die Anzahl der Unterschriften (bundesweit sogar über 13.000) sollten verdeutlichen, dass es viele Menschen gibt, die über die derzeitige Lage besorgt sind.

    Am 18.12.2020 wurde unsere Petition „Kein Regelbetrieb in KiTas“ an den Petitionsausschuss in Rheinland-Pfalz gesendet, des Weiteren wurde Sie den Fraktionen zugesandt. Die Plattform OpenPetition hat dann noch eine persönliche Stellungnahme bei den einzelnen Abgeordneten angefragt.

    Gestern am 21.12.2020 fand eine Videokonferenz des Ausschusses für Bildung statt. Frau Anke Beilstein kritisierte das Vorgehen von Frau Dr. Hubigs Ministerium nicht nur im Bereich der Schulen, sondern auch der Kindertagesstätten mit deutlichen Worten. Leider prallte die berechtigte Kritik an Frau Dr. Hubig ab. Als es um den Regelbetrieb in den KiTas ging, sagte Frau Dr. Hubig: „(…) gut und richtig, dass wir es so gemacht haben.”

    Wie es jetzt gemacht wird, ist aber keineswegs richtig, das zeigen alleine schon die neuen Erhebungen der AOK. Dort wird deutlich, dass ErzieherInnen die Berufsgruppe mit den meisten coronabedingten Arbeitsausfällen sind.

    Mittlerweile sollte die Petition auch dem Bildungsministerium bekannt sein, trotzdem wurde sie während des Ausschusses nicht einmal erwähnt, obwohl das Thema schon eine große Medienpräsenz hat. Einzelne Abgeordnete der Opposition haben mittlerweile reagiert und den Forderungen oder zumindest einer Anhörung zugestimmt, leider reagiert niemand aus der derzeitigen Ampelregierung. Ist dies eine gewollte Verschleppungstaktik bis zum nächsten Treffen am 12.01.21? Es scheint in jedem Fall so.

    Wir ErzieherInnen sind uns unserer Aufgabe und Notwendigkeit im System bewusst. Allerdings ist es auch unsere Aufgabe die Kinder zu schützen, denn auch bei Kindern gibt es schwere Krankheitsverläufe in Zusammenhang mit dem Coronavirus.

    Familien, die dringend eine Notbetreuung brauchen, haben die Fachkräfte vor Ort im Blick und wurden auch in der Vergangenheit nicht alleine gelassen.

    Reagieren Sie bitte endlich auf unsere Forderungen: KiTas und Familien brauchen Planungssicherheit!